Bewusstsein ist Ursprung allen Seins


Wenn man vom Ursprung spricht (unter welchem Namen auch immer),

entgeht einem leicht die tatsächliche Lage der Dinge. Da ist nämlich

von einem Ich die Rede, das seine wahre Natur sucht, nämlich den

Ursprung des Seins. Es geht jedoch darum zu erkennen, dass man

sich sowohl von der Idee des Ich als auch von der des Seins trennen

muss.

Der Ursprung - die Leere, die vollkommene Fülle ist - ist nämlich nicht

Sein, sondern Nichtsein. Leere bezieht sich nur auf das Bewusstsein.

Fülle und Leere sind relative Begriffe. Selbst reines Gewahrsein ist

eine Form des Bewusstseins. Reines Sein, alles erfüllend und jenseits

von allem, ist nicht Existenz, welche begrenzt ist. Alle Begrenzung ist

Einbildung, nur das Unbegrenzte ist real. Die Summe aller Projektionen

nennt man Maha-Maya, die große Illusion. Wenn ich durch den Verstand

im menschlichen Körper sehe, sehe ich zahllose Menschen. Wenn ich von

jenseits des Verstandes, von außerhalb schaue, scheint es einen

Beobachter zu geben. Jeden Tag machen wir Menschen die Erfahrung,

dass morgens beim Erwachen plötzlich die Welt erscheint. Bevor irgend

etwas erscheinen kann, muss es jemanden geben dem es erscheint. Beim

Erwachen geschieht folgendes: "Ich bin (ein Gefühl von Sein) - der

Körper - in der Welt", nicht in Reihenfolge, sondern simultan - in einem

einzigen Gedanken. Der Beobachter, die Beobachtung und die Welt, die

beobachtet wird, erscheinen und vergehen zusammen. Und es gibt das

"Ich bin", weil es die Welt gib. Wir Menschen sagen "Ich bin", weil die

Welt ist. Sie scheinen zu sagen, "die Welt ist, weil ich bin". Was ist davon

wahr? Keins von beiden. Die zwei sind ein- und derselbe Zustand in

Raum und Zeit. Wenn ich morgens aufwache, erscheint der Körper in 

meinem Verstand und mein Verstand ist der Inhalt meines Bewusstseins.

Ich bin der unbewegliche Beobachter oder besser Zeuge des Bewusst-

seinsstromes, der sich stetig verändert. Jenseits des Beobachters liegt

die unendliche Intensität der Leere und Stille. Jenseits ist die Zeitlosig-

keit.

Alles Bewusstsein ist in Zeit. Deshalb erscheint dem Beobachter dem,

was sieht - die Zeitlosigkeit als Unbewusstsein, und doch ermöglicht sie

das Bewusstsein. Die Welt der Absoluten Realität, auf die mein Verstand

eine Welt relativer Irrealität projiziert hat, ist völlig unabhängig von mir,

da ich selbst die Absolute Realität bin - wie alle anderen Menschen auch

die Absolute Realität sind. Das, was sieht, der Zeuge, ist nichts Wahr-

nehmbares oder Vorstellbares und doch kann es ohne das, was erfährt,

keine Wahrnehmung oder Vorstellung geben. Ich bin nicht, was ich wahr-

nehme. Ohne jemanden, der die Erfahrung macht, kann die Erfahrung

nicht real sein. Es ist immer der Erfahrene, der der Erfahrung Realität

und Bedeutung verleiht. Jede Erfahrung hat ihren eigenen Erfahrenen,

und das Gefühl der Identität beruht auf dem gemeinsamen Faktor an der

Wurzel der Beziehung zwischen dem Erfahrenden und der Erfahrung.

Das, was ewig ist, kann vom Bewusstsein nicht beobachtet oder

messend erfasst werden. Im unbegrenzten Meer der Möglichkeiten

erscheinen alle Erfahrenden in dem ungeteilten und untrennbaren

Gewahrsein, in der Erinnerung jeder für sich, jedoch in der Essenz

identisch. Die Essenz ist die Wurzel, die zeit- und raumlose"Möglichkeit"

aller Erfahrungen - ewig ungeboren und unsterblich.


Das Licht scheint in der Dunkelheit; im Licht kann man die Dunkelheit

nicht sehen oder anders ausgedrückt: Im endlosen Ozean des Lichts

erscheinen die Wolken des Bewusstseins, dunkel und begrenzt,

wahrnehmbar nur gegen einen Hintergrund. Als Buddha sagte, dass das

Leben Leiden bedeute, muss er wohl gemeint haben, dass alles

Bewusstein leidvoll ist, das ist offensichtlich. Der Geist-der Inhalt des

Bewusstseins-ist die Quelle aller Verwirrung und der physische Körper

ist der Nährboden allen unreinen Handelns. Das Bewusstsein ist von

selbst über einen gekommen, es hat keine Grundlage, es hat sich einfach

so eingestellt, spontan und unwissentlich. Und das, was spontan

gekommen ist, wird auf dieselbe Weise wieder gehen. Solange man

bewusst ist, wird es Leid und Freude geben.

Freude und Leid kann nicht auf der Ebene von Bewusstsein bekämpft

werden. Bewusstsein ist etwas, das uns Menschen passiert und nicht in

uns ist als etwas Äußerliches, Fremdes, etwas Auferlegtes. Es ist wie

ein Juckreiz, der uns zum Kratzen bringt. Wenn wir lernen unser

Bewusstsein als eine Art Fieber, individuell-persönliches und privates,

zu sehen, in dem wir eingeschlossen sind wie ein Küken im Ei, dann kann

aus dieser Haltung eine Krise erwachsen, die das Ei zerbricht.

Letztendlich geht es darum, den Bund mit dem Bewusstsein aufzugeben.


Was meinte wohl Siddhartha Gautama, der als "Buddha" ("Jemand, der darüber

schaut") von 563 v. Chr. bis 483 v. Chr. lebte, wirklich mit "Kalapas", den ultra-

kleinen Teilchen der "Existenz" ("ins Dasein heraustreten"), die mit unermesslicher

Geschwindigkeit entstehen und vergehen? Besteht hier ein Zusammenhang

zwischen diesen Kalapas und der Leere aller Dinge ("Sunnata") im "Großen Raum",

der alles umfasst?

Ein wesentlicher Forschungsbeitrag der Quantenphysik besteht jedenfalls in der

Erkenntnis, dass der "leere Raum des Universums" nicht leer ist, sondern jede

Menge nicht-trivialer Strukturen des Quantenvakuums enthält und dass er um ein

Vielfaches schwerer in der Masse ist als alles, was sichtbar ist, zusammen.

Aus der Heisenbergschen Energie-Impuls-Unbestimmtheitsrelation geht hervor, dass

unser Universum bei mikroskopischen Abständen und Zeitintervallen ständig der

Schauplatz eines wilden Hin und Hers von Energie und Impuls ist. Sogar in einer

leeren Raumregion sind nach dieser Relation Energie und Impuls unbestimmt. Sie

schwanken oder fluktuieren zwischen Extremen hin und her, die umso größer

werden, je kleiner der Raumbereich und der betrachtete Zeitraum werden. Wenn

eine Energiefluktuation groß genug ist, kann sie vorübergehend bewirken, dass sich

ein Quant X und sein Antimaterie-Partner X in einer Eruption bilden, obwohl die

Region ürsprünglich leer war! Da die Energie schnell "zurückgezahlt" werden

muss, vernichten oder annihilieren sich die Teilchen schon im nächsten Augenblick

wieder, wobei sie die Energie freisetzen, die sie bei ihrer Entstehung aus dem

Quantenfeld "ausgeborgt" haben. Gleiches gilt für alle anderen Formen, die

Energie und Impuls annehmen können - Eruption und Annihilation (Manifestation

und De-Manifestation, Kommen und Gehen) anderer Partikel, heftige Schwingungen

elektromagnetischer Felder, Fluktuation starker und schwacher Kraftfelder.


Dieses spontane Auftauchen (Existenz) von Kalapas als Quelle aller Manifestationen

sowie ihr spontanes Verschwinden (Nicht-Existenz) könnte Buddha gemeint haben.

In dieser Weise findet "Schöpfung" nicht statt und hat auch niemals stattgefunden.

Sie besteht einfach immer und ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern ist das

Nichts: Eine "scheinbare Welle" des Selbst im Ozean des Nicht-Selbst, ohne zeitliche

Bewegung. So wie die Form der Welle ist auch die Bewegung illusionär.


Heisenbergs Unbestimmtheitsrelation offenbart, dass der makroskopische

Durchschnitt von Eruptionen und Annihilationen eine Fülle von mikroskopi-

schen Aktivitäten verschleiert. Werden alle diese nicht endenden Fluktuationen

addiert, erhält man ein Hintergrundmeer aus Licht mit einer immensen

Gesamtenergie. Eine mögliche Abschätzung der Energiedichte der elektro-

magnetischen Nullpunktswellen des Quantenvakuums liefert:


   Eelm / V = (45 me 4  c 5) / (12 αe (  h/2 ∏) 3 ) = 1,001* 10 29 J/m3  
   

   me - Masse des Elektrons // c - Lichtgeschwindigkeit // h - Plancksches

   Wirkungsquantum // αe - Feinstrukturkonstante (für den Fall gebundener

   Zustände mit  E < 0)   Diese Naturkonstanten findet man wieder im Lagrange-

   Operatordes Photons in elektrischen und magnetische Feldern (nach Heisenberg

   und Euler.


Die Gesamtheit der Aktivitäten des leeren Raumes bezeichnet man als Nullpunkt-

feld, was dem niedrigsten resonanten, pseudo-metastabilen Zustand einer

Resonanzenergie von E0 = 0 entspricht. Ein Teil dieser Null-Energie ist die

Nullpunktsenergie des Quantenvakuums - Freie Energie des Raumes.

So ist das Quantenvakuum z.B. mit elektromagnetischen Wellen aller möglichen

Frequenzen und Wellenlängen durchflutet. Dies wurde bereits in den Jahren 1947

bis 1949 von Henry Casimir rechnerisch vorausgesagt (postuliert). Der Casimir-

Effekt ist im Jahre 1997 von Steve Lamoureux experimentell bestätigt worden.

Es gibt also etwas in dem makroskopischen Raum mehr, als wir klassisch "sehen"

können. Richard Feynman hat im Rahmen seiner quantenelektrodynamischen

Forschung entdeckt, dass der leere Raum "polarisiert" ist. In meinem Bewusstsein

finde ich hierin das universell existierende "Dualitätsprinzip" wieder.

Der physische Kosmos ist an das Gesetz der periodischen Wiederkehr gebunden.


In den heiligen Schriften der Hindus wird der "Heilige Geist" als OM/AUM bezeichnet.

"A" steht für Akara oder die schöpferische Schwingung, "U" für Ukara, die

erhaltende Schwingung und "M" für Makara, die vibrierende Karft der Auflösung.

"Vishnu" ist der"Wissende der Zeitalter und der Zeit". Er ist der Schöpfer und

Zerstörer von beiden.


Im Nullpunktfeld finden in zeitlich und örtlich begrenzter Abfolge Schöpfung,

Erhalt und Auflösung fortwähend statt. Jemand, der auf Sein (Vishnu) meditiert,

kann das Unsichtbare "sehen"/"erkennen".

Gott (Narayana) ist der vierte Zustand jenseits der drei Zustände des Wachens,

Träumens und Tiefschlafs, Derjenige, der das Sehen und die Dinge, die gesehen

werden, aufgegeben hat, ist Narayana. Der vierte Zustand des Selst betrachtet die

anderen drei Zuständ als unwirklich.


Es gilt die allgegenwärtige Präexistenz des Nichts zu erkennen, der nur

potenziellen Energie, woraus dann etwas auftauchen kann: aus dem Potenzial

der unendlichen, raum-und zeitlosen Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten das

Verwirklichte (Feld diskreter, objektiver Erfahrungen in der Raumzeit) oder

quantenphilosophisch ausgedrückt: aus der Nichtmanifestation die Manifestation

("Ereignisschaltung durch Kollaps der Quantenwelle").


Es gibt ein Bewusstsein, ein Feld, eine Kraft, die alles durchdringt. Mit der

Entstehung des Bewusstseinsfeldes erscheint die Welt zusammen mit den

individuellen Körpern und all ihren Freuden und Leiden. Dieses Feld geschieht

nicht um uns herum, sondern es geschieht durch uns, und es geschieht als wir.

Wir sind das "U" - die erhaltende Schwingung - im holographischen Quanten-

Universum: Die Realität lässt das Unreale erscheinen und vergehen.


Vergängliche Momente, aneinandergereiht, schaffen die Illusion von Zeit,

doch das Zeitlose des reinen, unabhängigen Seins, unabhängig von aller Teilung

und Trennung, ist nicht in Bewegung, denn jegliche Bewegung bedarf eines

unbewegten Hintergrundes. Es ist selbst der Hintergrund. Daher lässt sich das Sein

nicht im Bewusstsein finden. Das Sein beinhaltet alles und manifestiert alles. Es

gibt nur diese dunkle Quelle, der unbewegliche Hintergrund der Bewegung,

der alles zum Strahlen bringt. Es ist wie das Tageslicht, das alles sichtbar macht

und dabei selbst unsichtbar bleibt. Und es ist immer das Objekt, das sich

verändert, nicht das Licht.


Menschen sind das Auge, durch das die Schöpfung sich selbst sieht.

Das irdische Dasein ist eine Reflexion des ewigen Geistes in Form

von Mann und Frau. Du und ich selbst´sind zeitlos mit mir. Der bewusste

Beobachter ist Schöpfer seiner eigenen Realität.  Wenn ich erkenne,

wie ich in Wirklichkeit bin, erkenne ich die Welt als ich selbst.

Die Welt ist eine große Bühnenschau, glitzernd und leer. Sie existiert

und doch existiert sie nicht. Sie ist vorhanden, solange ich sie sehen will

und an ihr teilnehme. Wenn ich das Interesse verliere, mich "umdrehe"

zum Selbst, löst sie sich auf. Sie hat keine Ursache und keinen Zweck.

Sie geschieht, weil wir geistesabwesend sind und erscheint genau so, wie

sie aussieht, ohne jegliche Tiefe und ohne Bedeutung. Nur das, was sieht,

der Zuschauer ist real. Bewusstsein kann nur das beobachten, was sich

verändert. Erfahrung bedeutet Veränderung, sie kommt und geht. Die

Realität - die Essenz - jedoch ist keine Erfahrung, sie kann nicht erfahren

werden. Sie ist nicht wahrnehmbar, so wie man ein Ereignis wahrnimmt.

Realität kommt und geht nicht. Realität ist kein Ereignis und geschieht

nicht. Hingegen ist alles, was geschieht, nicht die Realität. Weder

Handlungen, noch Gefühle oder Dedanken sind Ausdrucksformen der

Realität. Nur Realität ist, es gibt nichts anderes. Das, waskommt und geht,

hat kein Sein. Es ist die Realität, die alles erscheinen lässt. In der

Realität gibt es auch keinen Fortschritt, denn sie ist endgültig,

vollkommen und ohne Bezug.

Es gilt zu erkennen, dass ein Ereignis als Ereignis, Vergängliches als

vergänglich und Erfahrungen lediglich als Erfahrungen im Bewusstsein

auftauchen. Das Bewusstsein leuchtet nicht aus sich selbst heraus. Es

scheint (wie oben erwähnt) durch ein Licht jenseits des Bewusstseins.

Indem die traumhaften Zustände des Bewusstseinsals als solche erkannt

worden sind, gilt es nach dem Licht, in dem das Bewusstsein erscheint,

zu suchen - das Licht, das ihm seine Existenz verleiht. Es ist das Licht,

das seine eigene Leinwand bildet. Im Licht befindet sich der Inhalt des

Bewusstseins und auch das bedingungslose Gewahrsein von ihm. Wenn

ich als Beobachter außerhalb bleibe, leide ich nicht. In tiefem Verstän-

dnis, dass die Welt meine eigene Projektion ist, kann ich frei werden

von ihr, denn sie ist nur meine Vorstellung. Sowie die Teppichfarben

durch das Licht sichtbar werden, doch das Licht nicht die Farbe ist, so

entsteht die Welt durch mich, doch ist bin nicht die Welt. Die Ursache

des Leidens ist lediglich die Identifikation des Wahrnehmenden mit dem

Wahrgenommenen. Das bedeutet, dass das Leiden von Menschen

erschaffen ist.

 

Wir Menschen sind bereits das Selbst, das reine Subjekt, die Übertragung, der

Ursprung aller Liebe. Daher kann das Selbst nicht durch irgend ein Tun erreicht

werden. Es kann sich selbst erfahren - "Ich-Bin" erfährt sich. Das Selbst ist voll-

kommen formlos, selbst-existent und wird durch nichts unterstützt ("Schwingungen

Seines eigenen einen Wesens"). Das, was am feinsten und kraftvollsten ist, weiß

alles, doch die fünf Elemente kennen es nicht.

Das reine Subjekt, der Ursprung ohne jeglichen Hauch von Objekthaftigkeit, kann

deshalb nicht sterben, weil darin nichts ist, was ins Sein treten oder daraus

verschwinden könnte.

Nur erschaffene Objekte können geboren werden und sterben. Alles, was „geboren“

wird, muss „sterben“ ("Kommen" und "Gehen"). Alle aus den vier Elementen (Erde,

Luft, Wasser, Feuer) zusammengesetzten Dinge sind leer und haben kein unabhän-

gig existierendes Selbst. Sie befinden sich in einem unablässigen Prozess der Wand-

lung - werden ohne Unterlass geboren und sterben ohne Unterlass, denn sie sind leer

von Eigenständigkeit. Nur Vergängliches kann daher in der physischen Welt ein Objekt

der Erkenntnis sein. Das reine Subjekt jedoch, der Ursprung, kann nur Ewigkeit

jenseits jeglichen Zeitbegriffs und verstandesmäßigen Zugriffs sein. In Wirklichkeit

gibt es keinen "Selbstverwirklichten" und das "Ich-Subjekt" wird von niemanden zu

keiner Zeit irgendwohin "geführt", weil es als als das eine Ich raum-und zeitlos ist.


Durch die Gnade des Ursprungs - der Quelle - kommt es irgendwann zu einem

erstaunlichen Erwachen, das offenbart, das Leben nichts anderes als ein Traum -

nur eine Einbildung - ist. Der Schlaf ist das ungetrübte Selbst. Nur, wenn ich das

Selbst vergesse, sage ich, dass ich geträumt habe. Erst, wenn der Träumer aus

einem Schlafraum erwacht, endet das Träumen, und niemand fragt sich, was jetzt

weiter aus den anderen Beteiligten und Gegebenheiten im Traum wird. 

Das Träumen ähnelt dem "Bardo" (Übergang, Lücke zwischen dem Ende einer

Situation und dem Beginn der nächsten. "Bar" bedeutet "dazwischen" und"do"

heißt "aufgehängt") des Werdens, dem Zwischenzustand, in dem man einen hell-

sichtigen und äüßerst beweglichen "Geistkörper" besitzt, der alle möglichen Erfah-

rungen durchlebt. Auch im Traum haben wir einen vergleichbaren Körper, den

Traumkörper, der alle Erlebnisse des Traumlebens erfährt. In dem Traum, den wir

„Wachzustand“ nennen, ist es nicht anders. Wachen und schlafen sind beides irre-

führende Bezeichnungen. Anders ausgedrückt: Wir sind also wach, weil wir schlafen.

Wir erwachen nicht in einen wirklichen Wachzustand. Durch Unwissenheit erscheint

die Welt im Wachzustand und führ uns in einen Wach-Traumzustand (Maha-Maya).

Wir träumen lediglich: Wir träumen, dass wir wach sind, wir träumen, dass wir

schlafen. Diese drei Zustände sind lediglich Variationen des Traumzustandes. Die

drei Zustände wechseln sich ab - erwachen, schlafen und wieder erwachen, doch

widerfahren uns nicht, sie geschehen einfach. Ebenso wie ein Ihr Traum Ihnen

eigen ist und von niemand anderem wahrgenommenwerden kann, ist die Welt,

die Sie sehen, Ihre eigene.

Wer war zuerst: Die Welt oder derjenige, der die Welt sieht? Der Wachzustand und

die Welt unterscheiden sich nicht voneinander. Doch weil wir in diesem Traum und

an ihm beteiligt bleiben, ist es hier schwieriger zu erkennen, dass es nicht wirklich

„andere“ gibt und alles Phänomen ist. Alles als einen Traum zu erkennen, befreit

uns. Solange wir diese Träume für real halten, sind wir deren Sklave und die

Essenz der Sklaverei ist die Vorstellung (... das vor die Realität Gestellte), dass

man ein Prozess sei, eine Vergangenheit und eine Zukunft, eine Lebensgeschichte

habe. Erkenne Sie den Traum als einen Traum und halten Sie sich davon fern.

Erscheinungen sind Geist, erscheinend und doch leer, leer und doch erscheinend;

sie sind nichts und erscheinen doch.

Die Welt offenbart sich, auch wenn die physischen Augen geschlossen sind. Die

Welt ist weder draußen noch drinnen. Sie ist lebendig und vollständig in jedem

Objekt, das wir betrachten, vorhanden. Was immer das Objekt sein mag, es ist

nicht abgetrennt von der letztendlichen Wirklichkeit. Es enthält nämlich die

grenzenlos weite Gesamtheit der Wirklichkeit.

Uns Menschen stehen das Auge, das Erkenntnisvermögen und der Raum in Form

des Kausalkörpers zur Verfügung, aber wenn es keinen Zeugen in Form des

Großen-Kausalkörpers ("Bewusstsein: "Ich-Bin") gibt, um diese drei zu verbinden,

dann gibt des keinerlei Wissen (Erkennen) auf keiner Bewusseinsebene.

Das, was wahrgenommen wird, "die Welt, ist die Reflexion des eigenen Bewusst-

seins. Das Gefühl "Ich bin" besteht aus reinem Licht und aus dem Gefühl des Seins.

Die Welt wird aufgrundvon Dualität wahrgenommen. Ohne Dualität existiert keine Welt.

Dualität impliziert Wechselwirkungen, und Wechselwirkungen bedeuten Veränderung.

Zeit entsteht mit dem Gefühl "Ich bin" -und  damit fängt alles an. Die Welt und der

Wachzustand entstehen und vergehen zusammen. Wenn der Verstand still ist,

absolut ruhig, existiert der Wachzustand nicht mehr. Die Erfahrung der Zeit

verschwindet zusammen mit der Welt, genau so, wie ein Traum aufhört.

Tatsächlich stellt der Träumer beim Erwachen fest, dass es nie einen Träumer

gegeben hat, nur das Träumen.  Das, was wir Leben nennen, ist ein Film auf der

Leinwand des „Raumes“, eine Illusion von Bewegung, erzeugt durch Abfolgen

dreidimensionaler "Standbilder", wahrgenommen und erkannt nur so lange, wie

das „Licht des Bewusstseins“ vorhanden ist. Alles Bewusstsein - das Vibrieren

des Seins - ist in Zeit, und deshalb erscheint ihm auch die Zeitlosigkeit als

Unbewusstsein, und doch ermöglicht sie das Bewusstsein.

Alles ist Wirklichkeit, und Illusionen,Erscheinungen und Schatten können

daher nur Abbildungen dieser Wirklichkeit sein.

Wenn wir die phänomenale Welt als Illusion von der Wirklichkeit unterscheiden

würden, müssten wir sagen, dass die Wirklichkeit weniger als das Ganze ist.

So weitet sich der Ursprung in gedachte Zeit und gedachten Raum aus und

manifestiert sich als Empfindungsfähigkeit. In diesem nur als Vorstellung

existierenden raumzeitlichen Universum scheint sich der Ursprung in ein

erfahrendes Subjekt und ein erfahrenes Objekt aufzuspalten ("Spaltungs-Geist").

Als Empfindungsfähigkeit bringt der Ursprung in der Manifestation durch polare

Beziehungen Unterscheidungen hervor. Die Gespaltenheit des Geistes, der ja

Inhalt des Bewusstseins ist, entsteht, weil das Bewusstsein sowohl es selbst als auch

der „psychosomatische, neurobiologische Apparat“ sein möchte, mit dem es sich

identifiziert. Es kommt zu einer Gespaltenheit zwischen seiner wahren Subjektivität

und der sich in dieser Identifikation begründeten „Pseudosubjektivität des Ego“

(das Ego als "Pseudo-Seele"). Das ist die Spaltung zwischen dem, was wir sind, und

dem, was wir zu sein glauben.Wenn wir Menschen uns vom Feld abspalten, werden

wir unweigerlich von Gedanken bedrängt. Es hilft die Einsicht, dass alles Denken

und Handeln im Dualismus stattfindet, dass der bewusste Denkprozess, das Ego, ein

Erzeugnis des Spaltungs-Geistes ist und dass das ständige Nachdenken über die Zu-

kunft nach Vorgaben der Vergangenheit zu endlosen Unvereinbarkeiten, Konflikten

und Spannungen führt.So geht Angst immer vom "anderen" aus, denn alles, was als

"anderes" wahrgenommen wird, steht in Oposition zum "ICH". Dualität ist das

Prinzip, aufgrund dessen es zur phänomenalen Manifestation kommt.

Im "noumenalen" Sinne sind wir Bewusstsein in Ruhe, der ganze oder ungeteilte

Geist. Diese Dualität ist der Ausgangspunkt, von dem aus das subjektive

"Noumeneon" objekthaften Charakter annehmen kann. Quantenphilosophisch 

gesehen spaltet sich die Noumenalität (entspricht: Bewusstsein in Ruhe,

ganzer, ungeteilter, ursprünglicher Quantengeist) durch einen Kollaps der

Quantenwelle (entspricht: Bewusstsein regt sich) in zweiAnteile:

das Subjekt (nimmt wahr und erkennt) und das Objekt (wird wahrgenommen

und erkennt). Auf der noumenalen Ebene (vor dem Kollaps) sind Erkennender,

Erkennen und Erkanntes Eins. Die Geistesverfassung einer ungeplanten Aktivität

ist daher ein Zustand höchster Wachheit, in dem der Geist von keinem Denken und

Objektivieren gestört wird.


Der Verstand ist stets das, was er denkt. Das, was der Verstand "erfunden" hat,

zerstört der Verstand auch wieder. Das „Ich“ möchte sich vorteilhaft vom„anderen“

abheben. Ein Schatten kann jedoch nicht das finden, was ihn wirft. Der Spaltungs-

geist ist nur eine spezialisierte Aktionsform des ursprünglichen Bewusstseins, mit

dessen Hilfe es die zahlreichen alltäglichen Abläufe bewältigt. Wo keine Bewegung,

Unruhe, Tumult ist, da ist auch keine Handlung. Bewegung um der Bewegung Willen

ist Chaos.

Aktivität ist nicht Aktion. Aktion ist latent, unbekannt und unerkennbar. Wahres

Tun ist nicht bloße Ortsveränderung, sondern Wandlung ("Transformation",

„Heilung“). Der Fluss von Bewusstheit, tiefem Verstehen und Intuition, die wir

erfahren oder leben, wenn der Geist, Verstand und die freien Gefühle in einer

kohärenten Ausrichtung mit dem Herzen gebracht werden, ist Herzintelligenz und

zeigt: Die Welt erneuert sich aus sich selbst heraus. Nichts zwingt uns Menschen.

Wir sind immer das, was wir glauben zu sein. Herzintelligenz liegt der zellulären

Organisation zugrunde, führt und entwickelt Organismen zu erhöhter Ordnung,

Bewusstheit und Kohärenz ihrer Körpersysteme. Herzintelligenz kann durch Selbst-

iniative und kontinuierliche Praxis aktiviert und erhalten werden. Sie müssen

außerordentlich wach sein, sonst wir der Verstand mit Ihnen Schlitten fahren.

Schenken Sie Ihrem Verstand viel Aufmerksamkeit, ohne etwas von ihm zu erwarten.


Wir tun so viel unnötige Dinge. Es ist die Weigerung zu hinterfragen, die

unser Karma erzeugt. Und weil das Gesetz von Karma zwangsläufig und unfehlbar

ist, verletzen wir letztlich immer uns selbst, wenn wir anderen schaden.

Es ist stets die Selbstidentifikation mit dem Endlichen, die Ursache für Leiden ist.

Es ist die Gleichgültigkeit unserem Leiden gegenüber, die es andauern lässt.

Das Leben ist ist Liebe, die Liebe ist das Leben, das keinen physischen Körper

braucht. Es ist der Körper, der das Leben braucht.

Viele Menschen bleiben ständig beschäftigt, weil sie es schwierig finden, ihr eigenes

Bewusstsein zu ertragen. Denken erzeugt Schicksal. Die Wahrheit kein Objekt der

Erkenntnis sein. Nur etwas Vergängliches der phänomenalen Welt kann Objekt der

Erkenntnis ein.

Die im Unterbewussten vorhandenen Programme, Konzepte, Glaubenssätze und

Modellvorstellungen über uns und die Welt, die im menschlichen Alltagsbewusstsein

zu etwa 95% wirksam sind, im Gegensatz zu den ca. 5% bewussten kreativen,

mentalen, emotionalen und intuitiven innenpsychischen Aktionen im Menschen,

erzeugen dementsprechende Umstände für die Schicksalserfüllung. Wenn wir im

Gefühl der Liebe sind, kehren sich die Verhältnisse - kehren wir uns - um.

Der Drang, ein auffindbarer Jemand - ein Täter zu sein - erzeugt Konflikte und Leid.


Aus der emotionalen Prozessarbeit in Aufstellungen im Institut für kreatives Leben

und Therapie, in der "Aufstellungen" aufgestellt worden sind, habe ich folgende

Erkenntnisse gewonnen:

- Das morphogenetische Feld kann nicht aufgestellt werden.

- Das Bewusstsein im morphogenetischen Feld wird seiner selbst erst ansichtig

  und erfahrbar, indem  es sich als Person (aufgestelltes Element) mit

  wahrnehmbaren Ausstattungsmerkmalen manifestiert, damit Transformation

  möglich ist.

- Ein mentaler oder emotionaler Konflikt im Geist des Bewusstseins erschafft

  ein oder mehrere Symptome auf der Leinwand "physischer Körper".

- Ohne einen Menschen, der also als "Feld-Darsteller" fungiert, kann sich ein Konflikt

  niemals symptomatisieren.

- Alle Konflikte sind dazu da, uns Menschen bewusst zu machen, dass wir uns selbst

  noch nicht erkannt haben, noch nicht zu uns selbst gekommen sind.

- Der Mensch als Manifestation von Bewusstsein dient dem Bewusstsein als

  Werkzeug zur Selbsterfahrung. Damit erfährt und ient das Bewusstsein widerum

  sich selbst.

- In "Krisen-als-Chance-Fenstern" können Menschen einen Wendepunkt erreichen,

  in dem sich das als Person identifizierte ursprüngliche Bewusstsein - nie das illuso-

  rische Individuum - einwärts seiner wahren Natur zuwendet, Heilung auf allen

  Ebenen erfahren wird und die Selbsterforschung beginnt.

- Solange wir Menschen dem Glaubenssatz anhaften, dass wir selbstbestimmt sind,

  werden wir fremdbestimmt sein. Wenn wir diese mentale und emotionale

  Programmierung in uns loslassen, und ebenfalls das Ego, können wir über jede

  Bestimmung hinauswachsen und wir können damit aufhören über uns bestimmen

  lassen.

- Offenbar ist Karma, das natürliche, unfehlbare Gesetz von Ursache und Wirkung -

  über Zeit und Raum, die reale, treibende Kraft hinter der "Wiedergeburt", der

  Manifestation in die physische Raum-Zeit. Karma zerfällt nicht, wie äußere Dinge,

  noch wird es außer Funktion gesetzt. Karma ist ein Vorrat an unverbrauchter

  Energie, unerfüllten Begierden und nie verstandenen Ängsten. Dieser Energie-

  vorrat wird ständig aufgefüllt durch neue Begierden und Ängste. Karmische

  Energie und deren Informationsgehalt bleiben erhalten, bis es zur Reife

  gelangt. Doch das muss nicht immer so sein! Finden wir die Wurzel unserer

  Ängste, der Entfremdung von uns selbst, unserer Begierden, kann sich Karma

  auch wie ein Traum auflösen.

  Dem "Ich" kommt  prinzipiell kein Eigensein zu  und ist daher illusionär.

  Das, was von Existenz zu Existenz wandert, ist die offensichtliche Fortdauer

  einer erkennbaren Funktion und nicht einer konkreten Entität.

  Ein bestimmter Bewusstseinsstrom verfügt über Eigenschaften, die durch

  Haltungen, Worte und Gedanken im Mentalfeld geformt sind - ein Zustand von

  Formationen des Nichtwissens oder Wissens - und differenziert sich darin von

  anderen Bewusstseinsströmen. Man könnte diese Funktion mit einer sich fort-

  setzenden Welle (Energietransport jedoch ohne Massentransport und mit

  aufgeprägtem Informationsgehalt) vergleichen.

  Es gibt offenbar keine Entität, die wiedergeboren werden würde, sondern nur

  den Nachhallvon bewusstseinskonfigurierten Haltungen im Ausdruck von

  Handlungen, eine große Anzahl von Einzeltaten, die wir Menschen in der

  Vergangenheit aus "freien Stücken" ausführten, von Worten, Gedanken, die

  die Parameter des Bewusstseinstroms verändert haben - im Sinne des bedingten

  Entstehens. Dieser Nachhall geschieht auch aus früheren Manifestationen heraus

  aus dem Kontinuum von Daseinszuständen. Karma geschieht auch immer jetzt.

  Nichts ist festgeschrieben. Das bedeutet, dass ausschließlich wir selber die Ver-

  antwortung für unsere Lebenssituation haben: Wie die Ursache, so die Wirkung.

  Da gibt es keine außenstehende Macht, Kraft, richterliche Instanz, die uns hin-

  und herstößt.

  Da Geist die Eigenschaft hat sich im Sinne des bedingten Entstehens zu mani-

  festieren und sich im Sinne des bedingten Vergehens zu demanifestieren, ist

  "Wiedergeburt" nichts anderes  als das Ergebnis des auf die Bewusstseins-

  phänomene angewandten Gesetze von  Ursache und Wirkung im kontinuierlichen

  Bewusstseinsstrom. Somit sind in der Wiedergeburtsfolge die vielen Leben nicht

  die Leben derselben individuellen  "Seele" oder wie man diese illusorische

  Wesenheit auch nennen mag.