Bewusstsein ist Ursprung allen Seins


Wenn man vom Ursprung spricht (unterwelchem Namen auch immer), entgeht

einem leicht die tatsächliche Lage der Dinge. Da ist nämlich von einem Ich die

Rede, das seine wahre Natur sucht, nämlich den Ursprung des Seins. Es geht

jedoch darum zu erkennen, dass man sich sowohl von der Idee des Ich als auch

von der des Seins trennen muss. Der Ursprung - die Leere, die vollkommene

Fülle ist - ist nämlich nicht Sein, sondern Nichtsein.


Aus der Heisenbergschen Energie-Impuls-Unbestimmtheitsrelation geht hervor, dass

unser Universum bei mikroskopischen Abständen und Zeitintervallen ständig der

Schauplatz eines wilden Hin und Hers von Energie und Impuls ist. Sogar in einer

leeren Raumregion sind nach dieser Relation Energie und Impuls unbestimmt. Sie

schwanken oder fluktuieren zwischen Extremen hin und her, die umso größer

werden, je kleiner der Raumbereich und der betrachtete Zeitraum werden. Wenn

eine Energiefluktuation groß genug ist, kann sie vorübergehend bewirken, dass sich

ein Quant X und sein Antimaterie-Partner X in einer Eruption bilden, obwohl die

Region ürsprünglich leer war! Da die Energie schnell "zurückgezahlt" werden

muss, vernichten oder annihilieren sich die Teilchen schon im nächsten Augenblick

wieder, wobei sie die Energie freisetzen, die sie bei ihrer Entstehung aus dem

Quantenfeld "ausgeborgt" haben. Gleiches gilt für alle anderen Formen, die

Energie und Impuls annehmen können - Eruption und Annihilation (Manifestation

und De-Manifestation; Kommen undGehen) anderer Partikel, heftige Schwingungen

elektromagnetischer Felder, Fluktuation starker und schwacher Kraftfelder. Die

Unbestimmtheitsrelation offenbart jedoch, dass der makroskopische Durchschnitt

eine Fülle von mikroskopischen Aktivitäten verschleiert. Werden alle diese nicht

endenden Fluktuationen addiert, erhält man ein Hintergrundmeer aus Licht mit einer

immensen Gesamtenergie. Diese bezeichnet man als Nullpunktfeld des leeren

Raumes.

Es gilt die allgegenwärtige Präexistenz des Nichts zu erkennen, der nur

potenziellen Energie, woraus dann etwas auftauchen kann: aus dem Potenzial

der unendlichen Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten das Verwirklichte, aus der

Nichtmanifestation die Manifestation ("Realitätsschaltung durch Kollaps

der Quantenwelle"). Es gibt ein Bewusstsein, ein Feld, eine Kraft, die alles

durchdringt. Dieses Feld geschieht nicht um uns herum, sondern es geschieht

durch uns, und es geschieht als wir. Wir sind das "U" - die erhaltende Schwingung -

im Quanten-Universum.


Du bist das Auge, durch das die Schöpfung sich selbst sieht. Das irdische

Dasein ist eine Reflexion des ewigen Geistes in Form von „Mann“ und

„Frau“. Der bewusste Beobachter ist Schöpfer seiner eigenen Realität.

Du und ich selbst´sind zeitlos mit mir.


Wir Menschen bereits das Selbst, das reine Subjekt, die Übertragung, der Ursprung

aller Liebe. Daher kann das Selbst nicht durch irgend ein Tun erreicht werden. Es

kann sich selbst erfahren - "Ich-Bin" erfährt sich. Das reine Subjekt, der Ursprung

ohne jeglichen Hauch von Objekthaftigkeit, kann deshalb nicht sterben, weil darin

nichts ist, was ins Sein treten oder daraus verschwinden könnte.

Nur erschaffene Objekte können geboren werden und sterben. Alles, was „geboren“

wird, muss „sterben“ ("Kommen" und "Gehen").Nur Vergängliches kann ein Objekt

der Erkenntnis sein. Das reine Subjekt jedoch, der Ursprung, kann nur Ewigkeit

jenseits jeglichen Zeitbegriffs und verstandesmäßigen Zugriffs sein. In Wirklichkeit

gibt es keinen "Selbstverwirklichten" und das "Ich-Subjekt" wird von niemanden zu

keiner Zeit irgendwohin "geführt", weil es als als das eine Ich raum-und zeitlos ist.


Durch die Gnade des Ursprungs kommt es irgendwann zu einem erstaunlichen

Erwachen, das offenbart, das Leben nichts anderes als ein Traum ist. Wenn der

Träumer aus einem Schlafraum erwacht, endet das Träumen, und niemand fragt sich,

was jetzt weiter aus den anderen Beteiligten und Gegebenheiten im Traum wird.

In dem Traum, den wir „Wachzustand“ nennen, ist es nicht anders. Wer war zuerst:

Die Welt oder derjenige, der die Welt sieht? Der Wachzustand und die Welt

unterscheiden sich nicht voneinander. Doch weil wir in diesem Traum und an ihm

beteiligt bleiben, ist es hier schwieriger zu erkennen, dass es nicht wirklich

„andere“ gibt und alles Phänomen ist. Erscheinungen sind Geist, erscheinend und

doch leer, leer und doch erscheinend; sie sind nichts und erscheinen doch.

Die Welt offenbart sich, auch wenn die physischen Augen geschlossen sind. Die

Welt ist weder draußen noch drinnen. Sie ist lebendig und vollständig in jedem

Objekt, das wir betrachten, vorhanden. Was immer das Objekt sein mag, es ist

nicht abgetrennt von der letztendlichen Wirklichkeit. Es enthält nämlich die

grenzenlos weite Gesamtheit der Wirklichkeit.

Uns Menschen stehen das Auge, das Erkenntnisvermögen und der Raum in Form

des Kausalkörpers zur Verfügung, aber wenn es keinen Zeugen in Form des Großen-

Kausalkörpers ("Bewusstsein: "Ich-Bin") gibt, um diese drei zu verbinden, dann gibt

des keinerlei Wissen (Erkennen) auf keiner Bewusseinsebene.

Das, was wahrgenommen wird, "die Welt, ist die Reflexion des eigenen Bewusstseins.

Sie wird aufgrundvon Dualität wahrgenommen. Ohne Dualität existiert keine Welt.

Die Welt existiert nur in einem selbst. Zeit entsteht mit dem Gefühl "Ich bin" -

damit fängt alles an. Die Welt und der Wachzustand entstehen und vergehen

zusammen. Wenn der Verstand still ist, absolut ruhig, existiert der Wachzustand

nicht mehr. Die Erfahrung der Zeit verschwindetzusammen mit der Welt, genau so,

wie ein Traum aufhört. Tatsächlich stellt der Träumer beim Erwachen fest, dass

es nie einen Träumer gegeben hat, nur das Träumen.

Das, was wir Leben nennen, ist ein Film auf der Leinwand des „Raumes“, eine

Illusion von Bewegung, erzeugt durch Abfolgen dreidimensionaler "Standbilder",

wahrgenommen und erkannt nur so lange, wie das „Licht des Bewusstseins“

vorhanden ist. Alles Bewusstsein - das Vibrieren des Seins - ist in Zeit, und

deshalb erscheint ihm auch die Zeitlosigkeit als Unbewusstsein, und doch

ermöglicht sie das Bewusstsein.

Alles ist Wirklichkeit, und Illusionen,Erscheinungen und Schatten können

daher nur Abbildungen dieser Wirklichkeit sein.

Wenn wir die phänomenale Welt als Illusion von der Wirklichkeit unterscheiden

würden, müssten wir sagen, dass die Wirklichkeit weniger als das Ganze ist.

So weitet sich der Ursprung in gedachte Zeit und gedachten Raum aus und

manifestiert sich als Empfindungsfähigkeit. In diesem nur als Vorstellung

existierenden raumzeitlichen Universum scheint sich der Ursprung in ein

erfahrendes Subjekt und ein erfahrenes Objekt aufzuspalten ("Spaltungs-Geist").

Als Empfindungsfähigkeit bringt der Ursprung in der Manifestation durch polare

Beziehungen Unterscheidungen hervor. Die Gespaltenheit des Geistes, der ja

Inhalt des Bewusstseins ist, entsteht, weil das Bewusstsein sowohl es selbst als auch

der „psychosomatische, neurobiologische Apparat“ sein möchte, mit dem es sich

identifiziert. Es kommt zu einer Gespaltenheit zwischen seiner wahren Subjektivität

und der sich in dieser Identifikation begründeten „Pseudosubjektivität des Ego“

(das Ego als "Pseudo-Seele"). Das ist die Spaltung zwischen dem, was wir sind, und

dem, was wir zu sein glauben. Es hilft die Einsicht, dass alles Denken und Handeln

im Dualismus stattfindet, dass der bewusste Denkprozess, das Ego, ein Erzeugnis des

Spaltungs-Geistes ist und dass dasständige Nachdenken über die Zukunft nach

Vorgaben der Vergangenheit zu endlosen Unvereinbarkeiten, Konflikten und

Spannungen führt. Die Geistesverfassung der ungeplanten Aktivität ist dagegen ein

Zustand höchster Wachheit, in dem der Geist von keinem Denken und Objektivieren

gestört wird.

Der Verstand ist stets das, was er denkt. Das, was der Verstanderfunden hat,

zerstört der Verstand. Das „Ich“ möchte sich vorteilhaft vom„anderen“ abheben.

Ein Schatten kann jedoch nicht das finden, was ihn wirft. Der Spaltungsgeist

ist nur eine spezialisierte Aktionsform des ursprünglichen Bewusstseins, mit

dessen Hilfe es die zahlreichen alltäglichen Abläufe bewältigt. Wo keine

Bewegung, Unruhe, Tumult ist, da ist auch keine Handlung.

 Bewegung um der Bewegung Willen ist Chaos. Aktivität ist nicht Aktion. Aktion ist

latent, unbekannt und unerkennbar. Wahres Tun ist nicht Ortsveränderung, sondern

Wandlung ("Transformation", „Heilung“). Die Welt erneuert sich aus sich selbst

heraus. Nichts zwingt uns Menschen. Wir sind das, was wir glauben zu sein.

Wir tun so viel unnötige Dinge. Es ist die Weigerung zu hinterfragen, die unser

Karma erzeugt. Es ist die Selbstidentifikation mit dem Endlichen, die Ursache für

Leiden ist. Es ist die Gleichgültigkeit unserem Leiden gegenüber, die es andauern

lässt. Das Leben ist ist Liebe, die Liebe ist das Leben, das keinen Körper braucht.

Es ist der Körper, der das Leben braucht. Viele Menschen bleiben ständig

beschäftigt, weil sie es schwierig finden, ihr eigenes Bewusstsein zu ertragen.

Denken erzeugt Schicksal. Die im Unterbewussten vorhandenen Programme,

Konzepte, Glaubenssätze und Modellvorstellungen, die im menschlichen Alltags-

bewusstsein zu etwa 95% wirksam sind, erzeugen dementsprechende Umstände für

die Schicksalserfüllung. Der Drang, ein auffindbarer Jemand zu sein, erzeugt

Konflikte und Leid.

Aus der emotionalen Prozessarbeit in Aufstellungen im Institut für kreatives Leben

und Therapie, in der "Aufstellungen" aufgestellt worden sind, habe ich folgende

Erkenntnisse gewonnen:

- Das morphogenetische Feld kann nicht aufgestellt werden.

- Das morphogenetische Feld wird seiner selbst ansichtig und erfahrbar, indem

  es sich als Person (aufgestelltes Element) mit wahrnehmbaren Ausstattungs-

  merkmalen manifestiert und transformiert.

- Ein Konflikt erschafft sich ein oder mehrere Symptome.

- Ohne einen Menschen, der als "Feld-Darsteller" fungiert, kann sich ein Konflikt

  nicht symptomatisieren.

- Alle Konflikte sind dazu da, uns Menschen bewusst zu machen, dass wir uns noch

  nicht erkannt haben, noch nicht zu uns gekommen sind.

- Der Mensch dient dem Bewusstsein lediglich als Werkzeug zur Selbsterfahrung.

- Solange wir Menschen dem Glaubenssatz anhaften, dass selbstbestimmt sind,

  werden wir fremdbestimmt sein. Wenn wir diese mentale und emotionale

  Programmierung in uns loslassen, können wir über jede Bestimmung hinaus-

  wachsen und wir können damit aufhören über uns bestimmen zu lassen.