Bewusstsein ist Ursprung allen Seins


Wenn man vom Ursprung spricht (unter welchem Namen auch immer),

entgeht einem leicht die tatsächliche Lage der Dinge. Da ist nämlich

von einem Ich die Rede, das seine wahre Natur sucht, nämlich den

Ursprung des Seins. Es geht jedoch darum zu erkennen, dass eine

Trennung von der Idee des Ich als auch von der des Seins heilsam ist.

 

Der Ursprung - die Leere, die vollkommene Fülle ist - ist nämlich nicht

Sein, sondern Nichtsein. Leere bezieht sich nur auf das Bewusstsein.

Da ist der unendliche Raum, der nur mit unendlichem Bewusstsein er-

kannt werden kann. Wenn die Achtsamkeit dem unendlichen Raum zuge-

wendet wird, dann ist das Bewusstsein völlig unpersönlich. Da ist nie-

mand, dem es gehört - niemand der abgegrenzt ist. Es ist nur ein Be-

wusstsein der unendlichen Erweiterung vorhanden. Und je mehr wir uns

vom Ego lösen, desto weiter kann sich das Bewusstsein  ausdehnen und

in die Unendlichkeit gehen. Je mehr die Liebe umfasst, desto weiter kann

sich das Bewusstsein ausdehnen. Dort hat die Ego-Bezogenheit keinen

Platz. Solange wir noch an ein Ego glauben, glauben wir auch an ein

persönliches Bewusstsein, an unsere eigenen Ideen, Pläne, Wünsche

und Hoffnungen. Gedanken und alles, was sie auslösen, sind nichts

anderes als Störenfriede. Je mehr wir von diesem kleinen Punkt des

Universums - vom Ich - ablassen, desto geschmeidiger und weiter

wird unser Bewusstsein.

Fülle und Leere sind relative Begriffe. Selbst reines Gewahrsein ist

eine Form des Bewusstseins. Reines Sein, alles erfüllend und jenseits

von allem, ist nicht Existenz, welche begrenzt ist. Alle Begrenzung ist

Einbildung, nur das Unbegrenzte ist real. Die Summe aller Projektionen

nennt man Maha-Maya, die große Illusion. Wenn ich durch den Verstand

im menschlichen Körper sehe, sehe ich zahllose Menschen. Wenn ich von

jenseits des Verstandes, von außerhalb schaue, scheint es einen

Beobachter zu geben. Jeden Tag machen wir Menschen die Erfahrung,

dass morgens beim Erwachen plötzlich die Welt erscheint. Bevor irgend

etwas erscheinen kann, muss es jemanden geben dem es erscheint. Beim

Erwachen geschieht folgendes: "Ich bin (ein Gefühl von Sein) - der

Körper - in der Welt", nicht in Reihenfolge, sondern simultan - in einem

einzigen Gedanken. Der Beobachter, die Beobachtung und die Welt, die

beobachtet wird, erscheinen und vergehen zusammen. Und es gibt das

"Ich bin", weil es die Welt gib. Wir Menschen sagen "Ich bin", weil die

Welt ist. Sie scheinen zu sagen, "die Welt ist, weil ich bin". Was ist davon

wahr? Keins von beiden. Die zwei sind ein- und derselbe Zustand in

Raum und Zeit. Wenn ich morgens aufwache, erscheint der Körper in 

meinem Verstand und mein Verstand ist der Inhalt meines Bewusstseins.

Ich bin der unbewegliche Beobachter oder besser Zeuge des Bewusst-

seinsstromes, der sich stetig verändert. Jenseits des Beobachters liegt

die unendliche Intensität der Leere und Stille. Jenseits ist die Zeitlosig-

keit.

Alles Bewusstsein ist in Zeit. Deshalb erscheint dem Beobachter dem,

was sieht - die Zeitlosigkeit als Unbewusstsein, und doch ermöglicht sie

das Bewusstsein. Die Welt der Absoluten Realität, auf die mein Verstand

eine Welt relativer Irrealität projiziert hat, ist völlig unabhängig von mir,

da ich selbst die Absolute Realität bin - wie alle anderen Menschen auch

die Absolute Realität sind. Das, was sieht, der Zeuge, ist nichts Wahr-

nehmbares oder Vorstellbares und doch kann es ohne das, was erfährt,

keine Wahrnehmung oder Vorstellung geben. Ich bin nicht, was ich wahr-

nehme. Ohne jemanden, der die Erfahrung macht, kann die Erfahrung

nicht real sein. Es ist immer der Erfahrene, der der Erfahrung Realität

und Bedeutung verleiht. Jede Erfahrung hat ihren eigenen Erfahrenen,

und das Gefühl der Identität beruht auf dem gemeinsamen Faktor an der

Wurzel der Beziehung zwischen dem Erfahrenden und der Erfahrung.

Das, was ewig ist, kann vom Bewusstsein nicht beobachtet oder

messend erfasst werden. Im unbegrenzten Meer der Möglichkeiten

erscheinen alle Erfahrenden in dem ungeteilten und untrennbaren

Gewahrsein, in der Erinnerung jeder für sich, jedoch in der Essenz

identisch. Die Essenz ist die Wurzel, die zeit- und raumlose"Möglichkeit"

aller Erfahrungen - ewig ungeboren und unsterblich. Ich kann mich unter

drei Aspekten betrachten: Dem Persönlichen, dem Über-persönlichen und

dem Unpersönlichen. Das Unpersönliche ist das Universelle und Wirkliche,

reine "ICH"; das Über-persönliche ist dessen Reflexion im Bewusstsein

als "Ich bin" (die Gesamtheit der physischen und vitalen Prozesse).

Innerhalb der engen Begrenzung des momentanen Augenblicks ist sich

Über-persönliche der Person in Raum und Zeit gewahr; nicht nur einer

Person, sondern der langen Serie von Personen, die an de Faden des

Karma wie Perlen an einem Faden aufgereiht sind. Es ist nämlich der

Beobachter wie auch die Überreste der gesammelten Erfahrungen, der

Sitz der Erinnerung, das verbindende Glied.


Das Licht scheint in der Dunkelheit; im Licht kann man die Dunkelheit

nicht sehen oder anders ausgedrückt: Im endlosen Ozean des Lichts

erscheinen die Wolken des Bewusstseins, dunkel und begrenzt,

wahrnehmbar nur gegen einen Hintergrund. Als Buddha sagte, dass das

Leben Leiden bedeute, muss er wohl gemeint haben, dass alles

Bewusstein leidvoll ist, das ist offensichtlich. Der Geist-der Inhalt des

Bewusstseins-ist die Quelle aller Verwirrung und der physische Körper

ist der Nährboden allen unreinen Handelns. Der physische Körper hat

kein Leid sondern besteht aus Leid. Er manifestiert sich aus dem dualen

Bewusstsein und beinhaltet den Spaltungsgeist, der Leid produziert.

Diese Erkenntnis ist wertvoll, da wir Menschen jetzt damit beginnen

können, die Wirklichkeit des menschlichen Leids tiefer und tiefer zu

verstehen. Der physische Körper besitzt eine wandelbare Natur und

diese bringt automatische Unbefriedigtsein, dauernde Ablenkung und

oft ein subtiles Unwohlsein mit sich. Da der Körper einem ständigen

Wandel unterliegt, muss er sich füllen und leeren - ohne Ende - weil

er sonst nicht existieren kann. Erkennt die Unbeständigkeit und

erkennt, dass es für den Körper keine dauerhafte Befriedugung

geben kann, dass Empfindungen unaufgefordert auftauchen und wieder

vergehen. Vergänglichkeit, Unerfülltheit und Nicht-Selbst finden sich

in allem, was existiert.

Das Bewusstsein ist von selbst über einen gekommen, es hat keine

Grundlage, es hat sich einfach so eingestellt, spontan und unwissentlich.

Wir haben uns nicht mit uns selbst, das Bewusstsein hat sich mit jedem

einzelnen Menschen von uns identifiziert, weil es nicht erkennt, dass es

bereits mit sich selbst vollkommen identisch ist. Und das, was spontan

gekommen ist, wird auf dieselbe Weise wieder gehen. Solange man

bewusst ist, wird es Leid und Freude geben. Freude und Leid kann

nicht auf der Ebene von Bewusstsein bekämpft werden. Bewusstsein

ist etwas, das uns Menschen passiert und nicht in uns ist als etwas

Äußerliches, Fremdes, etwas Auferlegtes. Es ist wie ein Juckreiz,

der uns zum Kratzen bringt. Wenn wir lernen unser Bewusstsein als

eine Art Fieber, individuell-persönliches und privates, zu erkennen,

in dem wir eingeschlossen sind wie ein Küken im Ei, dann kann

aus dieser Haltung eine Krise erwachsen, die das Ei zerbricht.

Letztendlich geht es darum, den Bund mit dem Bewusstsein aufzugeben.


Was meinte wohl Siddhartha Gautama, der als "Buddha" ("Jemand, der darüber

schaut") von 563 v. Chr. bis 483 v. Chr. lebte, wirklich mit "Kalapas", den ultra-

kleinen Teilchen der "Existenz" ("ins Dasein heraustreten"), die mit unermesslicher

Geschwindigkeit entstehen und vergehen? Besteht hier ein Zusammenhang

zwischen diesen Kalapas und der Leere aller Dinge ("Sunnata") im "Großen Raum",

der alles umfasst?

Ein wesentlicher Forschungsbeitrag der Quantenphysik besteht jedenfalls in der

Erkenntnis, dass der "leere Raum des Universums" - das Quantenvakuum" nicht

leer ist, sondern jede Menge Energie sowie nicht-triviale Strukturen enthält.

Einstein kommt auf riesige Energiewerte im Bereich von etwa 3,3 * 10113 J/m3

und die ist auch nur der Anteil der elektromagnetischen Wellen, ein bescheidener

Teil der Raumenergie. Der leere Raum ist um ein Vielfaches schwerer in der

Masse ist als alles, was sichtbar ist, zusammen.

Aus der Heisenbergschen Energie-Impuls-Unbestimmtheitsrelation geht hervor, dass

unser Universum bei mikroskopischen Abständen und Zeitintervallen ständig der

Schauplatz eines wilden Hin und Hers von Energie und Impuls ist. Sogar in einer

leeren Raumregion sind nach dieser Relation Energie und Impuls unbestimmt. Sie

schwanken oder fluktuieren zwischen Extremen hin und her, die umso größer

werden, je kleiner der Raumbereich und der betrachtete Zeitraum werden. Wenn

eine Energiefluktuation groß genug ist, kann sie vorübergehend bewirken, dass sich

ein Quant X und sein Antimaterie-Partner X in einer Eruption bilden, obwohl die

Region ürsprünglich leer war! Da die Energie schnell "zurückgezahlt" werden

muss, vernichten oder annihilieren sich die Teilchen schon im nächsten Augenblick

wieder, wobei sie die Energie freisetzen, die sie bei ihrer Entstehung aus dem

Quantenfeld "ausgeborgt" haben. Gleiches gilt für alle anderen Formen, die

Energie und Impuls annehmen können - Eruption und Annihilation (Manifestation

und De-Manifestation, Kommen und Gehen) anderer Partikel, heftige Schwingungen

elektromagnetischer Felder, Fluktuation starker und schwacher Kraftfelder.


Dieses spontane Auftauchen (Existenz) von Kalapas als Quelle aller Manifestationen

sowie ihr spontanes Verschwinden (Nicht-Existenz) könnte Buddha gemeint haben.

In dieser Weise findet "Schöpfung" nicht statt und hat auch niemals stattgefunden.

Sie besteht einfach immer und ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern ist das

Nichts: Eine "scheinbare Welle" des Selbst im Ozean des Nicht-Selbst, ohne zeitliche

Bewegung. So wie die Form der Welle ist auch die Bewegung illusionär.


Heisenbergs Unbestimmtheitsrelation offenbart, dass der makroskopische

Durchschnitt von Eruptionen und Annihilationen eine Fülle von mikroskopi-

schen Aktivitäten verschleiert. Werden alle diese nicht endenden Fluktuationen

addiert, erhält man ein Hintergrundmeer aus Licht mit einer immensen

Gesamtenergie. Eine mögliche Abschätzung der Energiedichte der elektro-

magnetischen Nullpunktswellen des Quantenvakuums liefert:


   Eelm / V = (45 me 4  c 5) / (12 αe (  h/2 ∏) 3 ) = 1,001* 10 29 J/m3  
   

   me - Masse des Elektrons // c - Lichtgeschwindigkeit // h - Plancksches

   Wirkungsquantum // αe - Feinstrukturkonstante (für den Fall gebundener

   Zustände mit  E < 0)   Diese Naturkonstanten findet man wieder im Lagrange-

   Operatordes Photons in elektrischen und magnetische Feldern (nach Heisenberg

   und Euler.

Nicht nur das, was Physiker Materie nennen, sondern auch Raum ist Energie und

lässt sich umwandeln. Ein Liter Volumen des bloßen Raumes enthält, besser ist die

Energie von 27 811 799 Milliarden Megawattstunden. Da der Radius R des Univer-

sums geschätzt mit mindestens 45 Milliarden Lichtjahren in der Literatur angegeben

wird, ergibt sich daraus ein Kugelvolumen von VK = (4/3) R3 = 7,7 * 1079 m3 .

Da Elektronen in Atomen, Molekülen und anderen Teilchenassoziationen energetisch

durch resonatorische Wechselwirkungen mit praktisch unerschöpflicher Raum-

energie werden, können sie auf ihren "Bahnen"/"Energieniveaus" mit endlicher

Verweildauer existieren. So zeigen Rechnungen der stochastischen Elektrodynamik,

dass die Frequenz, mit der sich z.B. das Elektron im Grundzustand des Wassenstoff-

atoms bewegt / das Stehwellenfeld des s-Elektron-Zustands existiert, genau die

Frequenz ist, die die Raumenergiewelle mit der Frequenz aus dem Gesamtenergie-

spektrum der elektromagnetischen Nullpunktwellen haben muss, um das Elektron

und damit das Wasserstoffatom im Grundzustand stabil zu erhalten.

Wenn es also keine Raumenergie gäbe, existierten auch keine Atome, Moleküle,

Teilchenassoziate und damit auch keine physischen Körper.

Licht besteht aus elektromagnetischen Wellen und Raumenergie auch, wobei jedoch

die elektromagnetischen Wellen nur einen kleinen Anteil der gesamten Raum-

energie bilden. Der Begriff "Nullpunkt" steht dafür, dass der Quantenzustand bei

den Wellen der Raumenergie "Null" (elektromagnetische Null-Wellen) ist, beim

visuellen Licht ist der Quantenzustand "Eins" (elektromagnetische Eins-Wellen).

Die Energie im Quantenzustand E = (n + 1/2) h 2 f ist niemals Null, egal, ob

man für n = 0  oder n = 1 einsetzt. Die Energie im Quantenzustand Null heißt

Nullpunktsenergie. Licht ist das eine Spektrum, das voller Wellenlängen ist, und

Raumenergie ist das andere Spektrum, ebenfalls voller Wellenlängen. Beide

existieren ungestört nebeneinander - jedoch in unterschiedlichen Quantenzu-

ständen.

Ich erkenne in der Raumenergie folgende Weisheit gespeichert: Da ich und der

Raum nicht verschieden sind, wird jeder Ort, an den ich gehe, der Ort sein, wo ich

bereits anwesend bin.

Die Wellen im Quantenzustand n = 1 können mit Hilfe der Biorezeptoren

auf der Netzhaut unserer menschlichen Augen "gesehen" werden. Die Magno-

und Parvozellen im visuellen Kanal hinter der Netzhaut leiten die Lichtinformation

weiter und machen Wahrnehmung möglich. Die Wellen im Quantenzustand n = 0

können wir nicht mit unseren Augen sehen. Sowohl die Null-Wellen als auch die

Eins-Wellen laufen mit Lichtgeschwindigkeit durch den Raum.

Da das Universum einen (mit der Zeit veränderlichen) "Radius" besitzt, hat es auch

einen (zeitlich veränderlichen) "Rand". Man kann es sich symbolisch als einen
unvorstellbar riesigen "Potenzialtopf" vorstellen, in dem neben dem chaotischen

Trubel von Quantenwellen auch geordnet Stehwellenfelder (nicht-triviale Strukturen)

existieren, die von den Frequenzen der Null- und Eins-Energiewellen resonatorisch versorgt und kofiguriert und erhalten werden,was eine enorme Formenvielfachheit von körper-

lichen Assoziationen ermöglicht, bis irgendwann - bedingt durch innere Prozesse -

eine Auflösung der Körper geschieht, z.B. bei Organismen durch zelluläre Erschöp-

fung. Der hierdurch bestehende Verlust an erhaltender resonatorischer Kopplung

mit den spezifischen Null- und Eins-Wellen des allversorgenden Feldes bedingt den

anschließenden körperlichen Zerfall.


Die Gesamtheit der Aktivitäten des leeren Raumes bezeichnet man als Nullpunkt-

feld, was dem niedrigsten resonanten, pseudo-metastabilen Zustand einer

Resonanzenergie von E0 = 0 entspricht. Ein Teil dieser Null-Energie ist die

Nullpunktsenergie des Quantenvakuums - Freie Energie des Raumes.

So ist das Quantenvakuum z.B. mit elektromagnetischen Wellen aller möglichen

Frequenzen und Wellenlängen durchflutet. Dies wurde bereits in den Jahren 1947

bis 1949 von Henry Casimir rechnerisch vorausgesagt (postuliert). Der Casimir-

Effekt ist im Jahre 1997 von Steve Lamoureux experimentell bestätigt worden.


Es gibt also etwas in dem makroskopischen Raum mehr, als wir klassisch "sehen"

können. Richard Feynman hat im Rahmen seiner quantenelektrodynamischen

Forschung entdeckt, dass der leere Raum "polarisiert" ist. In meinem Bewusstsein

finde ich hierin das universell existierende "Dualitätsprinzip" wieder.

Der physische Kosmos ist an das Gesetz der periodischen Wiederkehr gebunden.

 

In den heiligen Schriften der Hindus wird der "Heilige Geist" als OM/AUM bezeichnet.

"A" steht für Akara oder die schöpferische Schwingung, "U" für Ukara, die

erhaltende Schwingung und "M" für Makara, die vibrierende Karft der Auflösung.

"Vishnu" ist der"Wissende der Zeitalter und der Zeit". Er ist der Schöpfer und

Zerstörer von beiden.

Alles vibriert: Ohne Pulsation kein Pumpen, kein Herzschlag, keine Atmung, keine

Aufrechterhaltung von Ordnung mitten im turbulenten Sein. Wenn die Pulsation

fehlt, dann gibt es auch keine selbstähnliche Kopien. Ein System koppelt einerseits

auf sich selbst zurück, Herzschlag für Herzschlag, Atemzug für Atemzug, Nacht-

schlaf für Nachtschlaf, und gleichzeitig koppeln ähnliche Nachbarsysteme ein,

jedoch untergeordnet, sonst kommt es zu Verfall und zu Zerfall. Im Nullpunkt-

feld finden in zeitlich und örtlich begrenzter Abfolge Schöpfung, Erhalt und

Auflösung fortwähend statt.

 

Das Universum ist erfüllt mit unendlichem Bewusstsein, ein reines Gewahrsein, das

wissend und leuchtend ist. Es ist nicht von physischer Natur und kann deshalb

durch nichts behindert und eingeschränkt werden. Es hat weder Form nach Farbe,

man kann es erfahren, aber nicht äußerlich als ein Objekt wahrnehmen. Es umfasst

sowohl die bewussten kognitiven als auch die unterbewussten Aspekte des Geistes,

durch den wir Menschen die Welt wahrnahmen und erkennen, und ebenso die

Gefühle. Das Bewusstsein erschafft alle Verbindungen in allen mannigfaltigen

Hierarchien. Wegen der Vernetzung (Wirbel in Wirbel ... in Wirbel...) sickern

die Vibrationen nach überall, wo sie sich halten können, wo sie auf Resonanz treffen.

Ich glaube, dass jenseits der privaten Welten eine gemeinsame, objektive Welt

 - durch Superposition personaler Welten - existiert , von der die persönlichen

Welten nur Schattenbilder sind. Dies ist dann die Wahrnehmung einer gemein-

samen Welt, ganz ohne Hirn. Das Hirn, das ebenfalls das Ergebnis eines Quanten-

wellenkollaps ist, selektiert lediglich und ist ein Filter zu möglichen Einschränkungen.


Es gilt die allgegenwärtige Präexistenz des Nichts zu erkennen, der nur

potenziellen Energie, woraus dann etwas auftauchen kann: aus dem Potenzial

der unendlichen, raum-und zeitlosen Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten das

Verwirklichte (Feld diskreter, objektiver Erfahrungen in der Raumzeit) oder

quantenphilosophisch ausgedrückt: aus der Nichtmanifestation die Manifestation

("Ereignisschaltung durch Kollaps der Quantenwelle").


Es gibt ein Bewusstsein, ein Feld, eine Kraft, die alles durchdringt. Mit der

Entstehung des Bewusstseinsfeldes erscheint die Welt zusammen mit den

individuellen Körpern und all ihren Freuden und Leiden. Dieses Feld geschieht

nicht um uns herum, sondern es geschieht durch uns, und es geschieht als wir.

Wir sind das "U" - die erhaltende Schwingung - im holographischen Quanten-

Universum: Die Realität lässt das Unreale erscheinen und vergehen.


Vergängliche Momente, aneinandergereiht, schaffen die Illusion von Zeit,

doch das Zeitlose des reinen, unabhängigen Seins, unabhängig von aller Teilung

und Trennung, ist nicht in Bewegung, denn jegliche Bewegung bedarf eines

unbewegten Hintergrundes. Es ist selbst der Hintergrund. Daher lässt sich das Sein

nicht im Bewusstsein finden. Das Sein beinhaltet alles und manifestiert alles. Es

gibt nur diese dunkle Quelle, der unbewegliche Hintergrund der Bewegung,

der alles zum Strahlen bringt. Es ist wie das Tageslicht, das alles sichtbar macht

und dabei selbst unsichtbar bleibt. Und es ist immer das Objekt, das sich

verändert, nicht das Licht.


Wir Menschen sind das Auge, durch das die Schöpfung sich selbst sieht.

Das Bezeugen, das sich ereignet, geht von der Leere jenseits des Kausal-

körpers aus, von der Position des Großen-Kausalkörpers ("Ich bin Selbst-

erkenntnis", "Ich bin Zeuge der Unwissenheit", Das Empfinden von "Ich

bin"), in der Erkenntnis, das ich nicht von Natur des Wissen bin, da ich

von ihr genauso umgeben bin wie von der Unwissenheit. Wissen und Un-

wiisenheit sind aus "mir" heraus geboren und wurden dann irrtümlicher-

weise für mich gehalten. Dieses "Ich" hier kann so ausgedrückt werden:

"Nicht dieses, nicht das". Das, was keine Unwissenheit ist und das, was

kein Wissen ist. Es ist immer das Eine, das Licht auf alles wirft, was als

"das" bezeichnet wird. Das bedeutet: Wenn ich als Mensch einigermaßen

derselbe bleiben will, muss ich mich ständig wandeln.

Der "Kausalkörper"  ist der nätürliche Zustand des Menschen, ein Zustand

"reiner Vergessenheit", in dem die Eigenschaft der "Unwissenheit" vor-

herrscht: Es gibt keine Gedanken an das Wohlergehen des grobstofflichen

oder feinstofflichen Körpers und keine Beziehung zu beiden. Kausalkörper

bedeutet, dass es keinerlei Wissen über irgendetwas gibt. Er ist wie der

Tiefschlaf, aber er ist kein Tiefschlaf, ein Zustand des "Unwissbaren", der

reinen Vergessenheit oder "die Leere", bar aller Gedanken, Vorstellungen

und Zweifel, die Präsenz von Glückseligkeit und Frieden mit dem Haupt-

merkmal, alles zu vergessen. Wir sagen: "Ich habe selig geschlafen" und

"Ich habe von nichts gewusst". Jeder Mensch geht in seine wahre Natur

ein, taucht tief, erfährt Glückseligkeit und kommt wieder aus ihr hervor.

Allerdings ist die tiefe Unwissenheit der eigenen wahren Natur gegenüber

Teil der Erfahrung. Im Tiefschlaf hat man jedoch nicht die Möglichkeit,

den Zustand zu untersuchen. Vergessenheit untersuchen heißt, den

Zustand des Tiefschlafs zu genießen, während man vollkommen wach ist.

Nichts wird im Zustand des Tiefschlafs gewusst, der selbst unwissentlich

auftaucht. Teifschlaf und Vergessenheit beinhalten ein verschiedenes

Maß an Unwissenheit, was erklärt, warum im Tiefschlaf eine ernorme

Dichte der Unwissenheit erfahren wird, während in der Vergessenheit die

Dünnwandigkeit der Unwissenheit noch realisiert wird. Der Mensch ist

seinem wahren Wesen nach gestaltloser, allgegenwärtiger Geist. Die

erzwungene oder karmische Wiederverkörperung ist das Ergebnis von

Unwissenheit. Geburt und Tod sind Erscheinungen der kosmischen Täu-

schung und haben nur in der Welt der Relativität Bedeutung. Der erleuch-

tete Mensch, von dem Christus sprach, ist aus meinem Verständnis einer,

der aus dem Todesschlaf der Unwissenheit zum ewigen Leben erwacht

ist. Es macht eben keinen Unterschied, ob ich eine sichtbare oder eine

unsichtbare Welle im Meer meines Geistes bin.

Man den Kausalkörper, wenn man alles vergißt, während man wach ist.

Wenn wir sagen, dass wir etwas vergessen haben, bevor wir uns daran

erinnern, dann bedeutet das, das dieser Gedanke im Zustand der Verges-

senheit geblieben ist. Es ist erwiesenermaßen so, dass der Gedanke einzig

und allein aus der Vergessenheit auftauchen kann. Deshalb wohnen alle

Träume und Zweifel, die im feinstoffliche Körper auftauchen, nicht in mir.

"Ich bin" vollständiges Vergessen, bar aller Konzepte, Vorstellungen und

Manifestationen. Während des Tiefschlafs erfährt man nämlich nicht das

Gewahrsein, das dort vorhanden ist.


Das irdische Dasein ist eine Reflexion des ewigen Geistes in Form

von Mann und Frau. Du und ich selbst´sind zeitlos mit mir. Der bewusste

Beobachter ist Schöpfer seiner eigenen Realität.  Wenn ich erkenne,

wie ich in Wirklichkeit bin, erkenne ich die Welt als ich selbst. Und diese

ist eine große Bühnenschau, glitzernd und leer. Sie existiertund doch

existiert sie nicht. Sie ist vorhanden, solange ich sie sehen will und an

ihr teilnehme. Wenn ich das Interesse verliere, mich "umdrehe" zum

Selbst, löst sie sich auf. Sie hat keine Ursache und keinen Zweck.

Sie geschieht, weil wir geistesabwesend sind und erscheint genau so, wie

sie aussieht, ohne jegliche Tiefe und ohne Bedeutung. Nur das, was sieht,

der Zuschauer ist real. Bewusstsein kann nur das beobachten, was sich

verändert. Erfahrung bedeutet Veränderung, sie kommt und geht. Die

Realität - die Essenz - jedoch ist keine Erfahrung, sie kann nicht erfahren

werden. Sie ist nicht wahrnehmbar, so wie man ein Ereignis wahrnimmt.

Realität kommt und geht nicht. Realität ist kein Ereignis und geschieht

nicht. Hingegen ist alles, was geschieht, nicht die Realität. Weder

Handlungen, noch Gefühle oder Dedanken sind Ausdrucksformen der

Realität. Nur Realität ist, es gibt nichts anderes. Das, was kommt und

geht, hat kein Sein. Es ist die Realität, die alles erscheinen lässt. In der

Realität gibt es auch keinen Fortschritt, denn sie ist endgültig, vollkom-

men und ohne Bezug.

Es gilt zu erkennen, dass ein Ereignis als Ereignis, Vergängliches als

vergänglich und Erfahrungen lediglich als Erfahrungen im Bewusstsein

auftauchen. Das Bewusstsein leuchtet nicht aus sich selbst heraus. Es

scheint (wie oben erwähnt) durch ein Licht jenseits des Bewusstseins.

Indem die traumhaften Zustände des Bewusstseinsals als solche erkannt

worden sind, gilt es nach dem Licht, in dem das Bewusstsein erscheint,

zu suchen - das Licht, das ihm seine Existenz verleiht. Es ist das Licht,

das seine eigene Leinwand bildet. Im Licht befindet sich der Inhalt des

Bewusstseins und auch das bedingungslose Gewahrsein von ihm. Wenn

ich als Beobachter außerhalb bleibe, leide ich nicht. In tiefem Verstän-

dnis, dass die Welt meine eigene Projektion ist, kann ich frei werden

von ihr, denn sie ist nur meine Vorstellung. Sowie die Teppichfarben

durch das Licht sichtbar werden, doch das Licht nicht die Farbe ist, so

entsteht die Welt durch mich, doch ich bin nicht die Welt. Die Ursache

des Leidens ist lediglich die Identifikation des Wahrnehmenden mit dem

Wahrgenommenen. Das bedeutet, dass das Leiden von Menschen

erschaffen ist. Leid gibt es nur, solange wir in der Dualität sind.

 

Wir Menschen sind bereits das Selbst, das reine Subjekt, die Übertragung, der

Ursprung aller Liebe. Daher kann das Selbst nicht durch irgend ein Tun erreicht

werden. Es kann sich selbst erfahren - "Ich-Bin" erfährt sich. Das Selbst ist voll-

kommen formlos, selbst-existent und wird durch nichts unterstützt ("Schwingungen

Seines eigenen einen Wesens"). Das, was am feinsten und kraftvollsten ist, weiß

alles, doch die fünf Elemente kennen es nicht.  Das reine Subjekt, der Ursprung

ohne jeglichen Hauch von Objekthaftigkeit, kann deshalb nicht sterben, weil darin

nichts ist, was ins Sein treten oder daraus verschwinden könnte. Wahrheit kann

eben nicht gesagt werden, da sie im selben Moment, da sie ausgesprochen wird,

bereits verfälscht wird, d.h. unwahr ist. Wahrheit kann nicht in polare Gegensätze

aufgesplittet werden - und Sprache macht eben nur mit polaren Gegensätzen Sinn!


Nur erschaffene Objekte können geboren werden und sterben. Alles, was „geboren“

wird, muss „sterben“ ("Kommen" und "Gehen"). Alle aus den vier Elementen (Erde,

Luft, Wasser, Feuer) zusammengesetzten Dinge sind leer und haben kein unabhän-

gig existierendes Selbst. Sie befinden sich in einem unablässigen Prozess der Wand-

lung - werden ohne Unterlass geboren und sterben ohne Unterlass, denn sie sind

leer von Eigenständigkeit. Nur Vergängliches kann daher in der physischen Welt ein

Objekt der Erkenntnis sein. Das reine Subjekt jedoch, der Ursprung, kann nur

Ewigkeit jenseits jeglichen Zeitbegriffs und verstandesmäßigen Zugriffs sein.

In Wirklichkeit gibt es keinen "Selbstverwirklichten" und das "Ich-Subjekt" wird

von niemanden zu keiner Zeit irgendwohin "geführt", weil es als das eine Ich

raum-und zeitlos ist.


Durch die Gnade des Ursprungs - der Quelle - kommt es irgendwann zu einem

erstaunlichen Erwachen, das offenbart, das Leben nichts anderes als ein Traum -

nur eine Einbildung - ist. Der Schlaf ist das ungetrübte Selbst. Nur, wenn ich das

Selbst vergesse, sage ich, dass ich geträumt habe. Erst, wenn der Träumer aus

einem Schlafraum erwacht, endet das Träumen, und niemand fragt sich, was

jetzt weiter aus den anderen Beteiligten und Gegebenheiten im Traum wird. 

Das Träumen ähnelt dem "Bardo" (Übergang, Lücke zwischen dem Ende einer

Situation und dem Beginn der nächsten. "Bar" bedeutet "dazwischen" und "do"

heißt "aufgehängt") des Werdens, dem Zwischenzustand, in dem man einen hell-

sichtigen und äüßerst beweglichen "Geistkörper" besitzt, der alle möglichen Erfah-

rungen durchlebt. Auch im Traum haben wir einen vergleichbaren Körper, den

Traumkörper, der alle Erlebnisse des Traumlebens erfährt. In dem Traum, den wir

„Wachzustand“ nennen, ist es nicht anders. Wachen und schlafen sind beides irre-

führende Bezeichnungen. Anders ausgedrückt: Wir sind also wach, weil wir schlafen.

Wir erwachen nicht in einen wirklichen Wachzustand. Durch Unwissenheit erscheint

die Welt im Wachzustand und für uns in einen Wach-Traumzustand (Maha-Maya).

Wir träumen lediglich: Wir träumen, dass wir wach sind, wir träumen, dass wir

schlafen. Diese drei Zustände sind lediglich Variationen des Traumzustandes. Die

drei Zustände wechseln sich ab - erwachen, schlafen und wieder erwachen, doch

widerfahren uns nicht, sie geschehen einfach. Ebenso wie ein Ihr Traum Ihnen

eigen ist und von niemand anderem wahrgenommenwerden kann, ist die Welt,

die Sie sehen, Ihre eigene.

So wie im Schlaf der Wachzustand in Samenform existiert, so existiert die Welt,

die ein Kind bei seiner Geburt erschafft, bereits vor seiner Geburt.Und woher

kommt das Samenkorn? Von demjenigen, der der Beobachter von Geburt und Tod

ist, jedoch weder geboren wird noch stirbt. Er allein ist der Same der Schöpfung

und auch deren Überbleibsel.

Wer war zuerst: Die Welt oder derjenige, der die Welt sieht?Solange wir der Welt

den ersten Platz einräumen, werden wir von ihr begrenzt. Wenn wir einmal ohne

den geringsten Zweifel erkannt haben, dass die Welt in uns ist und nicht wir in der

Welt, dann sind wir frei von ihr. Unser Körper bleibt selbstverständlich in der Welt

und ein Teil davon, doch sie kann uns nicht mehr irreführen. Die heiligen Schriften

sprechen davon, dass der Schöpfer erschienen ist, bevor die Welt erschien.

Wer aber kennt den Schöpfer? Doch nur derjenige, der bereits vor dem Schöpfer

existierte: Unser eigenes wahre Selbst, die Quelle aller Welten mit allen ihren

Schöpfern.

Der Wachzustand und die Welt unterscheiden sich nicht voneinander. Doch weil

wir in diesem Traum und an ihm beteiligt bleiben, ist es hier schwieriger zu

erkennen, dass es nicht wirklich „andere“ gibt und alles Phänomen ist. Alles als

einen Traum zu erkennen, befreit uns. Solange wir diese Träume für real halten,

sind wir deren Sklave und die Essenz der Sklaverei ist die Vorstellung

(... das vor die Realität Gestellte), dass man ein Prozess sei, eine Vergangen-

heit und eine Zukunft, eine Lebensgeschichte habe.

Erkenne Sie den Traum als einen Traum und halten Sie sich davon fern.

Erscheinungen sind Geist, erscheinend und doch leer, leer und doch erscheinend;

sie sind nichts und erscheinen doch.

Die Welt offenbart sich, auch wenn die physischen Augen geschlossen sind. Die

Welt ist weder draußen noch drinnen. Sie ist lebendig und vollständig in jedem

Objekt, das wir betrachten, vorhanden. Was immer das Objekt sein mag, es ist

nicht abgetrennt von der letztendlichen Wirklichkeit. Es enthält nämlich die

grenzenlos weite Gesamtheit der Wirklichkeit.

Uns Menschen stehen das Auge, das Erkenntnisvermögen und der Raum in Form

des Kausalkörpers zur Verfügung, aber wenn es keinen Zeugen in Form des

Großen-Kausalkörpers ("Bewusstsein: "Ich-Bin") gibt, um diese drei zu verbinden,

dann gibt des keinerlei Wissen (Erkennen) auf keiner Bewusseinsebene.

Das, was wahrgenommen wird, "die Welt, ist die Reflexion des eigenen Bewusst-

seins. Das Gefühl "Ich bin" besteht aus reinem Licht und aus dem Gefühl des Seins.

Die Welt wird aufgrundvon Dualität wahrgenommen. Ohne Dualität existiert keine

Welt. Dualität impliziert Wechselwirkungen, und Wechselwirkungen bedeuten Ver-

änderung. Zeit entsteht mit dem Gefühl "Ich bin" -und  damit fängt alles an.

Die Welt und der Wachzustand entstehen und vergehen zusammen. Wenn der

Verstand still ist, absolut ruhig, existiert der Wachzustand nicht mehr. Die Erfahrung

der Zeit verschwindet zusammen mit der Welt, genau so, wie ein Traum aufhört.

Tatsächlich stellt der Träumer beim Erwachen fest, dass es nie einen Träumer

gegeben hat, nur das Träumen.  Das, was wir Leben nennen, ist ein Film auf der

Leinwand des „Raumes“, eine Illusion von Bewegung, erzeugt durch Abfolgen

dreidimensionaler "Standbilder", wahrgenommen und erkannt nur so lange, wie

das „Licht des Bewusstseins“ vorhanden ist. Und das Leben wird uns solange

schwer sein, wie wir nicht wirklich bereit sind, die uns "zugespielte" Rolle zu

spielen. Sobald wir das, was sich uns zeigt, bedingungslos leben, ist die Erlösung

bereits schon auf dem Weg zu uns. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir etwas haben

oder nicht haben wollen. "Ich will" und "ich will nicht" sind zwei Gedankenimpulse,

die uns in die Raum-Zeit katapultieren und uns einzeln zum "verwirklichten

Darsteller" - zur "Person", die Bewusstsein darstellt, machen.

Alles Bewusstsein - das Vibrieren des Seins - ist in Zeit, und deshalb erscheint ihm

auch die Zeitlosigkeit als Unbewusstsein, und doch ermöglicht sie das Bewusstsein.

Alles ist Wirklichkeit, und Illusionen, Erscheinungen und Schatten können

daher nur Abbildungen dieser Wirklichkeit sein. Wenn wir die phänomenale Welt

als Illusion von der Wirklichkeit unterscheiden würden, müssten wir sagen, dass

die Wirklichkeit weniger als das Ganze ist.

So weitet sich der Ursprung in gedachte Zeit und gedachten Raum aus und

manifestiert sich als Empfindungsfähigkeit. In diesem nur als Vorstellung

existierenden raumzeitlichen Universum scheint sich der Ursprung in ein

erfahrendes Subjekt und ein erfahrenes Objekt aufzuspalten ("Spaltungs-Geist").

Als Empfindungsfähigkeit bringt der Ursprung in der Manifestation durch polare

Beziehungen Unterscheidungen hervor. Die Gespaltenheit des Geistes, der ja

Inhalt des Bewusstseins ist, entsteht, weil das Bewusstsein sowohl es selbst als

auch der „psychosomatische, neurobiologische Apparat“ sein möchte, mit dem es

sich identifiziert. Es kommt zu einer Gespaltenheit zwischen seiner wahren

Subjektivität und der sich in dieser Identifikation begründeten „Pseudosubjek-

tivität des Ego“ (das Ego als "Pseudo-Seele"). Das ist die Spaltung zwischen

dem, was wir sind, und dem, was wir zu sein glauben.In einer wahren Meditation

z.B. gibt es kein Subjekt und Objekt, keinen Meditierenden und keinen Beobachter.

Gewahrsein erkennt sich selbst als leer, ohne Grenzen, ohne Zentrum. Der Geist

ruht in Offenheit, Leerheit und Selbsterkennen. Wahre Meditation ist Nicht-meditation.

Da gibt es kein "Ich weiß" und auch keine Meditation. Solange es noch "Ich" und

"meine Meditation" gibt, ist die Meditation künstlich. In wahrer Meditation löst sich

der Denker im Erkennen seiner eigenen Natur auf. ("Felderfahrung": Meditations-

erfahrungen erscheinen im Geistraum des ursprünglichen Gewahrseins. Erfahr-

ungen sind immer Geist und besitzen keine von ihm getrennte Wirklichkeit und

Erfahrungen sind notwendig für das Hervorbringen von Verwirklichung.)


Alle Handlungen dieser Welt werden durch den Antrieb des Egos und das Empfin-

den von "mein" ausgeführt. Geist bringt eine ständige Aktivität in Form von un-

zähligen Gedanken, Wahrnehmungen und Emotionen hervor. Sie erscheinen auf-

grund von Kräften, den karmischen Tendenzen, die in unserem Geist wirksam sind.

Diese karmischen Tendenzen entstanden aufgrund von Anhaften. Anhaften ist die

Ursache von allem, was sich in unserem Geist zeigt. Nicht wir entscheiden, welche

Gedanken auftauchen, sondern unsere karmischen Gewohnheiten. Die Fixierung

auf ein Objekt führt stets zur Abhängigkeit, die viele Gedanken und emotionale

Schwankungen bewirkt. Aber alle Gedanken und Empfindungen, mit denen wir uns

identifiziwren, haben genauso wenig Wirklichkeit wie Traumerfahrungen.Die Welt,

in der wir uns befinden, ist eine Projektion unseres Geistes. Unsere früheren Hand-

lungen haben Tendenzen in uns erzeugt, die bewirken, dass unser Geist eine be-

stimmte Art von Welt projiziert. Aber die Welt existiert nicht wirklich, sie ist nichts

als aus Leerheit hervorgegangene Manifestation. Sie hat nichts Bleibendes, sie ist

ohne Substanz, "leer" von einem eigenständigen Wesen, über das sie sich definie-

ren ließe. Ursache für ihr Entstehen und den Glauben an ihre konkrete Existenz ist

mangelndes Gewahrsein, unsere Unwissenheit. Was wir als solide Welt wahrnehmen,

ist eigentlich eine Abfolge von Ereignissen, Situationen und Objekten der Wahrneh-

mung, die alle voneinander abhängig sind und sich gegenseitig bedingen. Nichts hat

unabhängige Existenz. Alles in dieser Welt beruht auf Wechselwirkungen, eins steht

mit allen anderen in Beziehung. Individualität ist daher unecht und illusorisch. Des-

halb ist das Ego die einzige Barriere. Das Wirkliche ist das Nicht-Individuelle, das

Ozeanische, die Gemeinsamkeit.

Wenn wir Menschen uns vom Feld abspalten, werden wir unweigerlich von

Gedanken bedrängt. Menschen bleiben ständig beschäftigt, weil sie es schwierig

finden, ihr eigenes Bewusstsein zu ertragen. Es hilft die Einsicht, dass alles

Denken und Handeln im Dualismus stattfindet, dass der bewusste Denkprozess,

das Ego, ein Erzeugnis des Spaltungs-Geistes ist und dass das ständige Nach-

denken über die Zukunft nach Vorgaben der Vergangenheit zu endlosen

Unvereinbarkeiten, Konflikten und Spannungen im Leben führt. Dieses Wissen

ist im Grunde leicht und steht allen Menschen offen, deshalb hat es nicht viele#Abnehmer.

So geht Angst immer vom "anderen" aus, denn alles, was als "anderes" wahr-

genommen wird, steht in Oposition zum "ICH". Dualität ist das Prinzip,

aufgrund dessen es zur phänomenalen Manifestation kommt. Wenn Bewusstsein

sich selbst erkennt, nennt man es Selbsterkenntnis und diese ist von Niemanden

voraussagbar. Manche Menschen erlangen sie spontan; andere erlangen sie selbst

nach vielen Mühen nicht. Erst, wenn eine bestimmte Ebene erreicht wurde, tritt

eine entsprechende Veränedrung ein, und die Grundlage ist angemessen vorbe-

reitet. Dann verschwindet der denkende Geist, der entweder mit Aneignung oder

Abwehr beschäftigt ist.

Im "noumenalen" Sinne sind wir Bewusstsein in Ruhe, der ganze oder ungeteilte

Geist. Diese Dualität ist der Ausgangspunkt, von dem aus das subjektive

"Noumeneon" objekthaften Charakter annehmen kann.Als reine Subjektivität ist

das Noumenon als Ursprung von allem seiner Existenz nicht gewahr. Dazu kommt

es erst, wenn sich Bewusstsein als Ich Bin regt. Das Bewusstsein regt sich spontan

und mit ihm ein Gefühl von Vorhandensein, von Präsenz. Das löst zugleich die Ent-

stehung der phänomenalen Manifestation im Bewusstsein aus, begleitet vom Gefühl

der Dualität: Die Ganzheit spaltet sich in (Pseudo-)Subjekt und betrachtetes Objekt

und jedes phänomenale Objekt schreibt sich eine Subjektivität als ein Ich zu und

sieht die übrigen Objekte als "andere". Die Objektivierung dieser Dualität verlangt

auch die Schaffung der Zwillingsbegriffe "Raum" und "Zeit" - Raum, in dem die Dinge

ihrem Volumen gemäß ausgebreitet sind, und Zeit, in der sich die im Raum ausge-

breiteten Phänomene in ihrer Dauer wahrnehmen, erkennen und messen lassen.

Was wir als Noumenon sind, ist außerzeitliches, unendliches, nicht wahrnehmbares

Sein. Was wir als Phänomene zu sein scheinen, ist zeitliches, begrenztes, sinnlich

wahrnehmbares Objekt. Wir sind wirklich Ein-Bildungen im Bewusstsein.


Quantenphilosophisch gesehen spaltet sich die Noumenalität (entspricht:

Bewusstsein in Ruhe, ganzer, ungeteilter, ursprünglicher Quantengeist) durch einen

Kollaps der Quantenwelle (entspricht: Bewusstsein regt sich) in zwei Anteile: das

Subjekt (nimmt wahr und erkennt) und das Objekt (wird wahrgenommen und

erkennt). Auf der noumenalen Ebene (vor dem Kollaps) sind Erkennender, Erkennen

und Erkanntes Eins. Die Geistesverfassung einer ungeplanten Aktivitätist daher ein

ein Zustand höchster Wachheit, in dem der Geist von keinem Denken und Objekti-

vieren gestört wird. Ein phänomenales Objekt, das sich als ein Ich sieht, kann

unmöglich das Noumenon finden, das er in Wahrheit ist - etwa so, wie ein Schatten

nicht das finden kann, was ihm wirft. Das Licht der Sonne kennt den Schatten nicht,

der Schatten kennt die Sonne und deren Licht nicht. Der scheinbare raumzeitliche

Sucher ist eine Vorstellung und das Gesuchte ist ebenfalls eine Vorstellung. Das voll-

kommene Verschwinden aller dieser Vorstellungen bedeutet, dass die Suche abge-

blasen wird, und damit erlischt der Sucher und geht im SEIN auf.

 

Aktivität ist nicht Aktion. Aktion ist latent, unbekannt und unerkennbar. Wahres

Tun ist nicht bloße Ortsveränderung, sondern Wandlung ("Transformation",

„Heilung“). Der Fluss von Bewusstheit, tiefem Verstehen und Intuition, die wir

erfahren oder leben, wenn der Geist, Verstand und die freien Gefühle in einer

kohärenten Ausrichtung mit dem Herzen gebracht werden, ist Herzintelligenz und

zeigt: Die Welt erneuert sich aus sich selbst heraus. Nichts zwingt uns Menschen.

Wir sind immer das, was wir glauben zu sein. Herzintelligenz liegt der zellulären

Organisation zugrunde, führt und entwickelt Organismen zu erhöhter Ordnung,

Bewusstheit und Kohärenz ihrer Körpersysteme. Herzintelligenz kann durch Selbst-

iniative und kontinuierliche Praxis aktiviert und erhalten werden. Sie müssen

außerordentlich wach sein, sonst wir der Verstand mit Ihnen Schlitten fahren.

Schenken Sie Ihrem Verstand viel Aufmerksamkeit, ohne etwas von ihm zu

erwarten.

 

Der Verstand erschafft Raum und Zeit und deklariert seine eigene Schöpfung als

Realität. Alles ist hier und jetzt, doch wir können es nicht sehen. In Wahrheit ist

alles in mir und von mir, wie in jedem anderen Menschen auch. Es gibt nichts

anderes. Jede Vorstellung vom „Anderen“ Ist schlimm und verhängnisvoll. Es ist der

Verstand, der durch seine Kenntnis des Anderen das Andere in Energie und Form

wird. Und doch ist der Verstand nichts anderes als das Selbst. Es ist das Selbst, das

zum Anderen wird, zum Nicht-Selbst-Existenten und dabei trotzdem das Selbst

bleibt. Alles andere sind lediglich Annahmen, die die Realität verdunkeln, ohne sie

jedoch zu zerstören.

Der Verstand ist stets das, was er denkt. Das, woran der Verstand arbeitet, findet

nur an der Oberfläche, der Peripherie statt, in der Tiefe besteht vollkommener

Friede. Wir Menschen haben uns selbst definiert und dadurch limitiert – dies ist

die Wurzel all unser Probleme. Das, was der Verstand "erfunden" hat, zerstört er

auch wieder (die beiden Seiten der "Medaille" auf der dualen Ebene). Das „Ich“

möchte sich vorteilhaft vom „anderen“ abheben. Probleme loswerden, bedeutet

also Illusionen aufzugeben: Ein Schatten kann eben nicht das finden, was ihn wirft.

Weder der physische Körper noch der Verstand kann uns Menschen das geben, was

wir suchen – das Sein und das Wissen um unser wahres Selbst und den unendlichen

Frieden, der damit einhergeht.

Der reine Vestand sieht die Dinge, wie sie sind – „Luftblasen“ im Bewusstsein. Diese

Luftblasen tauchen auf, verschwinden und  tauchen wieder auf – ohne dass sie ein

wirkliches Sein besitzen. Sie lassen sich keiner bestimmten Ursache zuordnen, denn

jede wird von allem verursacht und beeinflusst wechselwirkend alles. All diese

„Luftblasen“ sind Körper, und all diese Körper, der ganze Kosmos, sind "mein".

Wenn wir aufhören, uns selbst als dies und das zu bezeichnen, uns mit irgendetwas

zu identifizieren, endet jeglicher Konflikt. Dies bedeutet auch das Ende der Suche.

Jeder Versuch ein Problem zu lösen, muss scheitern, denn was durch Begierden

und Wünschen entsteht, kann sich nur durch die Freiheit von Begierden und Wün-

schen auflösen. Was immer dir geschieht, das empfinde nicht so, als würde es dir

geschehen, sondern so, als würde es dem Kosmos geschehen, den du in dir trägst.

Du bist und bleibst ein Teil von ihm – eine Welle an der Oberfläche. Der Spaltungs-

geist, der auch den Verstand beinhaltet, ist nur eine spezialisierte Aktionsform des

ursprünglichen Bewusstseins, mit dessen Hilfe es die zahlreichen alltäglichen

Abläufe durch Abruf gespeicherter Erinnerungen, bewältigt. Der Verstand kann

nicht im reinen Subjektiven (auf der noumenalen Ebene) verweilen und verliert

sich unruhig in den phänomenalen Objekten. Da, wo keine Bewegung, Unruhe,

kein Tumult ist, da ist auch keine Handlung und Bewegung um der Bewegung

Willen ist Chaos. Der Verstand, den wir Menschen haben, der immerzu träumt

und sich begründete oder unbegründete Gedanken macht, in dem es von hass-

erfüllte Begierden, Leidenschaften, Zorn und allen möglichen Lastern wimmelt,

der sich völlig unser Kontrolle entzieht und ständig hin und her geht, genau

dieser Verstand ist das innere und äußere Tor: Dies und Das. Der Verstand

bleibt im Ganzen stets im Sein begründet. Wir können uns unmöglich aus unser

Existenz entheben, denn wir sind gegründet in ihr.

Der menschliche Verstand kann sich nichts Plötzliches vorstellen. Er möchte

immer einteilen, analysieren und sezieren, zerhackstücken. Kontinuierliche

Wachtumsgrade kann der Verstand noch gut nachvollziehen, jedoch ist Spontanes

absolut nicht verstandegemäß. Dies geht über den Horizont seines "Teller-

randes" hinaus. Alles geschieht spontan, "quantensprunghaft": Entweder du bist

unwissend oder erleuchtet. Da ist keine Lücke zwischen zwischen Anfang und Ende,

was dem Verstand unvertändlich ist und bleibt. So scheint z.B. plötzliche Erleuchtung

oder spontane Heilung unmöglich zu sein. Der Vertsand kann nicht erleuchtet

werden! Für den Verstand mag dies und das schwierig zu sein; jedoch kann man sie

deshalb leugnen, weil der Verstand hier und da nicht mehr mitkommt. Solange un-

ser Verstand nicht erliegt - kapituliert - kann keine Erleuchtung als authentische

Erfahrung spontan in uns geschehen. Und diese Erfahrung ist kein sich anbah-

nendes, allmähliches Anwachsen an Klarwerdens des Verstandes. Dieses Klar-

werden liegt daran, dass die Krankheit in uns verschwindet, dass die Barrieren in

uns zu fallen beginnen. Und was geschieht dann, wenn die Polaritäten verschwin-

den? Gewissermaßen geschieht gar nichts: Alles Geschehen, alle Geschichten, die

wir in unserem Leben mit uns tragen, lösen sich schlicht und einfach auf, weil jedes

Geschehen einen polaren Charakter in sich birgt. Das Denken ist also die Grund-

barriere, die selbst gemauerte Wand aus Gedanken zwischen uns und der

Wirklichkeit, die wir durch die Mauer nicht erkennen können.


Für den Verstand ist das Absolute, das Selbst, nur eine philosophsche

Vorstellung, eine Theorie, die jedoch in sich selbst eine Realität darstellt. So wie

das Licht die Dunkelheit allein durch seine Präsenz verdrängt, so zerstört die

Realität die Vorstellungen. Zu erkennen, dass alles Wissen eine Art Unwissenheit

ist, stellt in sich selbst einen Vorgang in der Realität dar. Der sog. Beobachter, das,

was sieht, ist keine Person, sondern das, was ist und immer war - die darstellungslose

Selbstvergessenheit in der alles traumhaft erscheint und vergeht. Du wirst also das,

was du wirklich bist, niemals entdecken, weil du das, was du entdeckst, nicht bist und

auch nicht sein kannst. Das, was nie geboren worden ist, kann eben nicht in Erschei-

nung treten. Und auch das, was dir erscheint, kannst du nicht sein, weil es dir gegen-

über steht - als eben eine Gegenüberstellung. Die Person erscheint, wenn es einen

physischen Körper, einen Organismus gibt, und dann reflektiert sich das

Absolute als das Gewahrsein. Reines Gewahrsein wird zum Selbst-Gewahrsein.

Wenn es ein Selbst gibt, dann ist das Selbst-Gewahrsein der Beobachter. Gibt

es kein Selbst, welches beobachtet, dann gibt es auch keine Beobachtung. Und

was kommt zuerst: Bewusstsein oder Gewahrsein? - Gewahrsein wird zu Bewusst-

sein, wenn ein Objekt - ein Körper, ein Organismus - existiert. Das Objekt verändert

sich ununterbrochen und im Bewusstsein herrscht scheinbare Bewegung. Das

Gewahrsein ist bewegungslos, zeitlos, hier und jetzt. Innerhalb der Realität

geschieht nämlch überhaupt nichts. Die Bestimmung projiziert ununterbrochen

Bilder auf die Leinwand des Verstandes, Erinnerungen an vorherige Projektionen,

und dadurch wird konstant die Illusion selbst erneuert.Die relative Wirklichkeit

ist die Welt, so wie sie uns erscheint. Die Bilder kommen und gehen - Licht, von

der Unwissenheit unterbrochen. Betrachte das Licht und vergiss die Bilder!

Die materielle Welt ist eine Basis, die aufgrund ihrer Bedingtheit unausweichlich

der Zerstörung / der Auflösung unterliegt. Die Welt ist vergänglich. Sie entsteht,

besteht dann für einige Zeit und vergeht auch wieder. Sie hat keine bleibende

Existenz - das ist die letztendliche Wirklichkeit, ihre Leerheit. Und die Tatsache,

dass sie dennoch sichtbar ist und sich manifestiert, ist ihre relative Wirklichkeit.


Wir tun so viel unnötige Dinge. Es ist die Weigerung zu hinterfragen, die unser

Karma erzeugt. Und weil das Gesetz von Karma zwangsläufig und unfehlbar ist,

verletzen wir letztlich immer uns selbst, wenn wir anderen schaden.

Es ist stets die Selbstidentifikation mit dem Endlichen, die Ursache für Leiden ist.

Es ist die Gleichgültigkeit unserem Leiden gegenüber, die es andauern lässt.

Das Leben ist Liebe, die Liebe ist das Leben, das keinen physischen Körper

braucht. Es ist der Körper, der das Leben braucht.

Im "überrationalen Bewusstsein" können die getrennten Wahrheiten des Daseins -

wie etwa Frieden, Liebe, Schönheit, Kraft, Wissen, Willen usw. - vollkommen,

jedoch unabhängig voneinander erfahren werden - zeitlich begrenzt auftauchnede

Wahrheiten. Diese Bewusstsein sieht alles, aber die Person sieht es von ihrem

eigenen Standpunkt aus. Durch seine Struktur muss das "überrationale Bewusst-

sein" die Einheit teilen und je wieter es in die niederen mentalen Ebenen herab-

steigt, desto stärker wird es aufgespalten. Daher ist es auch klar, dass der Verstand

nicht in der Lage ist, die menschliche Natur radikal zu ändern.

Trennung erzeugt Angst und Aggression, welche wiederum zu Gewalt führen. Durch

die Reinigung des Unterbewussten von allen Ängsten, Wünschen, Schmerzen,

Leiden kann die Eliminatiom der von uns Menschen erschaffenen Grausamkeiten,

die als Folge des Bewusstseins von getrenntem Dasein auftauchen, in liebevoller

Selbstnähe erfolgreich gelingen.

Viele Menschen bleiben ständig beschäftigt, weil sie es schwierig finden, ihr eigenes

Bewusstsein zu ertragen. Denken erzeugt Schicksal. Die Wahrheit kein Objekt der

Erkenntnis sein. Nur etwas Vergängliches der phänomenalen Welt kann Objekt der

Erkenntnis ein.

Die im Unterbewussten vorhandenen Programme, Konzepte, Glaubenssätze und

Modellvorstellungen über uns und die Welt, die im menschlichen Alltagsbewusstsein

zu etwa 95% wirksam sind, im Gegensatz zu den ca. 5% bewussten kreativen,

mentalen, emotionalen und intuitiven innenpsychischen Aktionen im Menschen,

erzeugen dementsprechende Umstände für die Schicksalserfüllung. Wenn wir im

Gefühl der Liebe sind, kehren sich die Verhältnisse - kehren wir uns - um.

Der Drang, ein auffindbarer Jemand - ein Täter zu sein - erzeugt Konflikte und Leid.


Aus der emotionalen Prozessarbeit in Aufstellungen im Institut für kreatives Leben

und Therapie, in der "Aufstellungen" aufgestellt worden sind, habe ich folgende

Erkenntnisse gewonnen:

- Das morphogenetische Feld kann nicht aufgestellt werden.

- Das Bewusstsein im morphogenetischen Feld wird seiner selbst erst ansichtig

  und erfahrbar, indem  es sich als Person (aufgestelltes Element) mit

  wahrnehmbaren Ausstattungsmerkmalen manifestiert, damit Transformation

  möglich ist.

- Ein mentaler oder emotionaler Konflikt im Geist des Bewusstseins erschafft

  ein oder mehrere Symptome auf der Leinwand "physischer Körper".

- Ohne einen Menschen, der also als "Feld-Darsteller" fungiert, kann sich ein Konflikt

  niemals symptomatisieren.

- Alle Konflikte sind dazu da, uns Menschen bewusst zu machen, dass wir uns selbst

  noch nicht erkannt haben, noch nicht zu uns selbst gekommen sind.

- Der Mensch als Manifestation von Bewusstsein dient dem Bewusstsein als

  Werkzeug zur Selbsterfahrung. Damit erfährt und ient das Bewusstsein widerum

  sich selbst.

- In "Krisen-als-Chance-Fenstern" können Menschen einen Wendepunkt erreichen,

  in dem sich das als Person identifizierte ursprüngliche Bewusstsein - nie das illuso-

  rische Individuum - einwärts seiner wahren Natur zuwendet, Heilung auf allen

  Ebenen erfahren wird und die Selbsterforschung beginnt.

- Solange wir Menschen dem Glaubenssatz anhaften, dass wir selbstbestimmt sind,

  werden wir fremdbestimmt sein. Wenn wir diese mentale und emotionale

  Programmierung in uns loslassen, und ebenfalls das Ego, können wir über jede

  Bestimmung hinauswachsen und wir können damit aufhören über uns bestimmen

  lassen.

- Offenbar ist Karma, das natürliche, unfehlbare Gesetz von Ursache und Wirkung -

  über Zeit und Raum, die reale, treibende Kraft hinter der "Wiedergeburt", der

  Manifestation in die physische Raum-Zeit. Karma zerfällt nicht, wie äußere Dinge,

  noch wird es außer Funktion gesetzt. Karma ist ein Vorrat an unverbrauchter

  Energie, unerfüllten Begierden und nie verstandenen Ängsten. Dieser Energie-

  vorrat wird ständig aufgefüllt durch neue Begierden und Ängste. Karmische

  Energie und deren Informationsgehalt bleiben erhalten, bis es zur Reife

  gelangt. Doch das muss nicht immer so sein! Finden wir die Wurzel unserer

  Ängste, der Entfremdung von uns selbst, unserer Begierden, kann sich Karma

  auch wie ein Traum auflösen.

  Dem "Ich" kommt  prinzipiell kein Eigensein zu  und ist daher illusionär.

  Das, was von Existenz zu Existenz wandert, ist die offensichtliche Fortdauer

  einer erkennbaren Funktion und nicht einer konkreten Entität.

  Ein bestimmter Bewusstseinsstrom verfügt über Eigenschaften, die durch

  Haltungen, Worte und Gedanken im Mentalfeld geformt sind - ein Zustand von

  Formationen des Nichtwissens oder Wissens - und differenziert sich darin von

  anderen Bewusstseinsströmen. Man könnte diese Funktion mit einer sich fort-

  setzenden Welle (Energietransport jedoch ohne Massentransport und mit

  aufgeprägtem Informationsgehalt) vergleichen.

  Es gibt offenbar keine Entität, die wiedergeboren werden würde, sondern nur

  den Nachhallvon bewusstseinskonfigurierten Haltungen im Ausdruck von

  Handlungen, eine große Anzahl von Einzeltaten, die wir Menschen in der

  Vergangenheit aus "freien Stücken" ausführten, von Worten, Gedanken, die

  die Parameter des Bewusstseinstroms verändert haben - im Sinne des bedingten

  Entstehens. Dieser Nachhall geschieht auch aus früheren Manifestationen heraus

  aus dem Kontinuum von Daseinszuständen. Karma geschieht auch immer jetzt.

  Nichts ist festgeschrieben. Das bedeutet, dass ausschließlich wir selber die Ver-

  antwortung für unsere Lebenssituation haben: Wie die Ursache, so die Wirkung.

  Da gibt es keine außenstehende Macht, Kraft, richterliche Instanz, die uns hin-

  und herstößt.

  Da Geist die Eigenschaft hat sich im Sinne des bedingten Entstehens zu mani-

  festieren und sich im Sinne des bedingten Vergehens zu demanifestieren, ist

  "Wiedergeburt" nichts anderes  als das Ergebnis des auf die Bewusstseins-

  phänomene angewandten Gesetze von  Ursache und Wirkung im kontinuierlichen

  Bewusstseinsstrom. Somit sind in der Wiedergeburtsfolge die vielen Leben nicht

  die Leben derselben individuellen  "Seele" oder wie man diese illusorische

  Wesenheit auch nennen mag.

- Die Einsicht in die absolute Wahrheit ist uns noch verschlossen, weil wir sie wegen

  unser Ablehnungen und unseres Anhaftens nicht erkenne können. In Wirklichkeit

  geht es um die Substanzlosigkeit, die in allem zu finden ist, wenn man die abso-

  lute Wahrheit betrachtet. Der Buddha ist diesen Weg gegangen und wir müssen

  jeden Schritt selbst machen. Egal welches Tool oder welche Technik wir bei

  ständiger Übung auf dem Weg zur Heilebene auch wählen, müssen wir den

  Vordergrund der relativen, bedingten Wirklichkeit freimachen, damit wir zum

  Hintergrund - zum nicht-raum-zeitlichen Bewusstsein gelangen können. Dort

  ist der physische Körper nicht mehr wahrnehmbar und dort ist das Nicht-Ich das

  Resultat des spirituellen Weges.

  - Persönlichkeit entsteht durch Erinnerung. Durch die Identifizierung der Gegen-

  wart mit der Vergangenheit und der Projektion in die Zukunft. Betrachten wir uns

  Menschen als etwas Momentanes, so löst sich unsere Pesönlichkeit auf. Selbst-

  begrenzung ist die eigentliche Essenz der Persönlichkeit. Wir müssen uns also

  nicht an etwas erinnern und wir müssen nichts wissen, um bewusst zu sein

  ("Bewusst-sein" ist Ursprung allen Seins).

  Wenn man das Geheimnis, das kein  Geheimnis ist, ergründet hat, wenn

  also das  offene Geheimnis realisiert wurde, das alles, was ist - mani-

  festiert oder unmanifestiert - absolute Einheit ist, kehr man zum Ur-

  sprung zurück und weilt, wo man immer gewesen ist und wo es kein

  "anderes" gibt.