Bewusstsein ist Ursprung allen Seins


 

Die philosophische Lehre vom materiellen Realismus, die die

Wissenschaft jahrhundertelang dominiert hat, nimmt an, dass

ausschließlich Materie (bestehend aus Atomen oder

letztlich aus Elementarteilchen) real existiere sowie die Bewegung

der Atome, aus denen sie besteht.

Diese Weltsicht wird „Realismus“ genannt, weil angenommen

wird, dass Gegenstände unabhängig von Beobachtern real

existieren oder auch davon, wie der Beobachter sie

beobachtet. Die Fakten sprechen aber dagegen:

Die Wissenschaft beweist innerhalb der letzten 20 bis 30

Jahren durch Untersuchung der dynamischen Rolle, die mentale

Phänomene in den Wechselwirkungen zwischen Geist und Gehirn

spielen, die Überlegenheit einer monistischen Philosophie

gegenüber der dualistischen Überzeugung, dass Geist von Materie

getrennt sei:

 

Bewusstsein kann nicht aus den bekannten

Eigenschaften der Materie abgeleitet werden.


 

In der idealistischen Philosophie ist Bewusstsein etwas Fundamentales und

man kann darin erkennen, dass manche Vorstellungen verschiedener religiöser

Überlieferungen so logisch werden, so elegant und befriedigend wie die

Ausdeutung von quantenphysikalischen Experimenten.


 

Bei aller Genialität der aktuellen

experimentellen quantenmechanischen

Grundlagenforschung wird jedoch die Trennlinie

zwischen dem Quantengeist – dem Bewusstsein des

menschlichen Beobachters – und dem Messsystem

weiterhin hingenommen, d.h. die Rolle des Subjekts

verbleibt außerhalb der modernen Physik.

 

                                                                                                                                

 

Alle Dinge aus der Schöpfung, die niemals kam und niemals

geht, sondern einfach immer ist, sind vom Nichts umgeben.

Dieses Nichts ist jedoch nicht leer, sondern beinhaltet die

unendlich große Fülle, nämlich alle „Grundbausteine“, aus

denen die unermesslich große dingliche Vielfalt erschaffen werden

kann – sie ist ein unendlich großer Ozean an Potenzialität.

Da diese „Grundbausteine“ des Nichts noch keine Form

angenommen haben, sind sie virtuell, d. h. der Möglichkeit nach

vorhanden.                                                                                                   

 

Dr. Frank Kinslow schreibt sinngemäß (in seinem Buch: „Suche nichts – finde alles“):

 

„Die Schöpfung ist nicht aus dem Nichts entstanden. Sie ist das Nichts. Sie ist

einfach immer gewesen, was sie ist: eine scheinbare Welle des SELBST

im Meer des NICHT_SELBST. Doch die Welle bewegt sich nicht. … Genau wie die

Form der Welle ist auch die Bewegung eine Illusion,...nur das Bewusstsein flackert.“

 

 

 

In den Upanischaden (frühindische Textüberlieferungen) oder

der Vedanta (aus dem Sanskrit kommend, wörtlich übersetzt:

„Ende des Veda“ → „Ende des Wissens“) heißt es:

 

„Das ganze Universum, erfasst durch den auf die Sinne

ausgerichteten Verstand und die Sprache, ist nichts als Geist:

Ewiges Wesen – ewige Wahrheit (Sat), unendliches Bewusstsein

(Chit), ewig neue Glückseligkeit (Ananda) und kosmische,

intelligente, kreative Schwingung (AUM). Schöpfer und Schöpfung

sind EINS.“                                                       

 

Geist ist die einzige Wirklichkeit. Nichts anderes existiert.

Der ewige, allgegenwärtige und wandellose GEIST hat weder einen

materiellen noch einen himmlischen Körper und ist absolut

regungslos: An welchen Ort könnte Gott denn gehen, wo er

nicht bereits schon ist?

 

„Im Anfang …“ Mit diesen Worten beginnt die Schöpfungsgeschichte

des alten und des neuen Testaments. „Anfang“ bezieht sich

hier auf die Entstehung der endlichen Schöpfung, denn im ewigen

Absoluten gibt es weder Angang noch Ende, weder Kommen noch

Gehen. Der GEIST als einzig Existierendes konnte nur aus sich

selbst heraus etwas erschaffen.

Dieses Unmanifestierte, Absolute ist der Erkennende, das

Erkennen und das Erkannte, die Eins waren.

                                                                                            

In IHM waren das Sein, das kosmische Bewusstsein und seine

Allmacht unterschiedslos gegenwärtig. In der Ewig Neuen

Glückseligkeit gab es weder Raum noch Zeit, weder die

Vorstellung von Dualität noch das Gesetzt der Relativität. Alles,

was war, ist oder sein wird, existierte als der eine unteilbare

GEIST. Raum, Zeit und Relativität sind Kategorien von Dingen

und gehören somit in die physische Welt.

 

 

 

Der Geist und seine allumfassende Schöpfung konnten sich nur wenig voneinander

unterscheiden. Denn gäbe es zwei ewig, unendliche Kräfte, müsste jede von ihnen

absolut sein – und das ist per Definition unmöglich.

 

 

 

Eine wohlgeordnete Schöpfung setzt Dualität voraus: den

Schöpfer und das Geschaffene. Deshalb rief der GEIST zuerst die

Magische Täuschung die Maya hervor.

Das Sanskritwort Maya bedeutet >>die Messende<<.

Sie ist die magische Kraft in der Schöpfung, durch die im

Unmessbaren und Unteilbaren scheinbare Begrenzungen

und Teilungen auftreten. Maya erweckt die täuschende

Vorstellung, dass ein Teil der unteilbaren Unendlichkeit sich

in unterschiedliche endliche Objekte aufgeteilt

hat, so wie die glatte Meeresoberfläche zu hohen Wellen

aufgewühlt wird, wenn ein Sturm losbricht.                                   

 

 

Shrimat Swami Shriyukteswar Giri Maharaj schreibt

(in seinem Werk: „Die Heilige Wissenschaft“):

 

„Die acht Elementarkräfte, die im wesentlichen Bestandteile allen

erschaffenen Lebens sind – vom Atom angefangen bis zum

Menschen – heißen: Erde, Feuer, Wasser, Luft, Äther, Sinnes-

bewusstsein (Manas), Intelligenz (Buddhi) und Individualität oder

das Ich (Ahamkara).

 

Die Atome werden in ihrer Gesamtheit MAYA (Dunkelheit oder

die von Gott erschaffene Macht der Täuschung) genannt, weil sie

die Erfassung des geistigen Lichts verhindern und jedes einzelne

von ihnen wird auch ANU oder AVIDYA (Unwissenheit) genannt,

weil es den Menschen sogar über sein eigenes Selbst in

Unwissenheit lässt.“                         

 

 

 

Das ganze Universum ist der göttliche Körper. Als GOTT sich den

physischen Körper der Planetensysteme und anderen im

Universum enthaltenen Phänomenen gab, offenbarte

ER drei Ausdrucksformen: kosmisches Bewusstsein, kosmische

Energie und kosmische Masse. Diese drei entsprechen dem

menschlichen Ideen- oder Kausalkörper (Partikel: Ideotonen),

dem Astral- oder Energiekörper (Partikel: Biotronen, s. Prana: Funken

feinstofflicher Energie – feinstofflicher als Atomenergie – die das Leben ausmacht)

und dem physischen Körper (Partikel: Atome). Dabei ist der Geist

die in den Menschen zugrunde liegende Seele oder das göttliche

Leben. Der Geist offenbart sich mikroskopisch als menschliches

Bewusstsein, menschliche Energie und menschlicher Körper

(… und zum Bilde Gottes schuf ER ihn – den Menschen).

 

 

Die ganze Schöpfung besteht also aus GEIST, der sich durch

SEINE aktive schöpferische Schwingungskraft, ständig s

cheinbar und vorübergehend in mannigfaltige Formen wandelt.

Manifestation und De-Manifestation – Kommen und Gehen – ist die

Eigenschaften des GEISTES.


Forschungen in den Neurowissenschaften und in der Gehirn-

forschung zeigen auf, dass Gedanken nicht im Gehirn entstehen.

Das menschliche Gehirn übt vielmehr die Funktion als Interface,

quasi eine Art Schnittstelle zum Bewusstseinsfeld aus, welches

unabhängig vom Körper existiert.

Der Gedanke an Materie, die Energie, aus welcher Materie

erschaffen wurde, die Materie selbst – alle Dinge – sind nichts als

unterschiedlich vibrierende Gedanken des  GEISTES – so wie auch

der Mensch in seinen Träumen eine Welt erschafft, in der es Blitze

gibt und Wolken, in der Menschen geboren werden, sich lieben

oder bekämpfen, Hitze und Kälte empfinden, Vergnügen oder

Schmerz. Im Traum sind Geburt und Tod, Krankheit und Leid,

feste, flüssige und gasige Stoffe nichts als unterschiedlich

vibrierende Gedanken des Träumers. Geburt und Tod sind

nicht zwei verschiedene Zustände, sondern verschiedene

Aspekte desselben Zustandes.

Jesus sagt (in Joh. 11,25): „ICH bin die Auferstehung und das

Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“

 

Das Universum ist ein vibrierender Traumfilm der

Gedanken Gottes auf der Leinwand von Zeit, Raum

und menschlichem Bewusstsein.

 

Alle Erfahrungen, die wir Menschen in dieser Welt machen, sind

nichts anderes als Traum-Erfahrungen. Zeit und Raum bilden die

imaginäre Struktur, auf der das ganze Universum aufgebaut

wurde. Wenn wir nachts träumen, dann verschwindet unser

gegenwärtiger Traum nach und nach in die Unwirklichkeit

und nur die unbewusste Traumwelt erscheint uns real.


Wenn wir dann zum Traum dieser Welt aufwachen, dann ist

der Traum der unbewussten Welt vergessen.

                                                                                             

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„Nur im Reflektierten Licht (Licht vermengt mit Dunkelheit oder Wissen vermengt

mit Nichtwissen) kann die Welt, welche unabhängig ist von ihrer Quelle, erscheinen,

sich entfalten und sich wieder auflösen. Es muss eine Kraftvibration – die

Schwingung der Schöpfung – vorhanden sein, die dieses wunderbare Spiel spielt.

Im selbstleuchtenden reinen Sein kann diese Kraft nicht wahrgenommen werden.“

 

„Ähnlich wie das Licht durch eine Linse auf die Leinwand projiziert wird, strahlt

das reflektierte Licht durch die Gedanken hindurch, bevor es sich als Welt hinter

ihnen ausbreitet. Tatsächlich ist in den Gedanken bereits die ganze Welt als

Same enthalten.“ Dieser Körper mit seinen Sinnen ist nur ein Gleichnis, vergänglich

und irdisch.

Das zeitlose, ewige, erhabene SELBST jedoch ruht gleichermaßen in allen

Menschen und wird niemals mit dem Körper vergehen. „Das SELBST ist jenseits

von Wissen und Nichtwissen. Es ist absolut. Bei IHM gibt es kein Zweifel oder

Fragen, denn ES ist reines Bewusstsein, dem kein Nichtwissen anhaftet.“

„Im Zustand reiner Bewusstheit gibt es keinen Dualismus.

Es ist die gleiche Person, die schläft, träumt und aufwacht. 

Man braucht Gnade zur Selbstverwirklichung.“

 

Avidya, Nichtwissen, ist das Hindernis auf dem Weg zur Erkenntnis des wahren

Wesens – der Essenz. Nichtwissen ist, was nicht ist – also eine Fiktion. Wäre es

wirklich, wie könnte es vergänglich sein? Unwissenheit ist die Verneinung von

Weisheit und der Hort allen Leids. Sie führt dazu, das Vergängliche als ewig, Leid

als Glück und die Materie als Seele zu betrachten. Unrechtes Handeln, das

„chitta“ (das Unterbewusste) verabscheut, verursacht unsagbares Leid und Elend.

Ein ignoranter und nicht verwirklichter Mensch, geht davon aus, dass das ewige

SELBST mit dem physischen Tod verlöscht.

Wer die materielle Welt als kosmische Täuschung („Maya“) des Bewusstseins

betrachtend erlebt und sich aus dem Käfig des physischen Körpers befreit, wird

stets im Seelenbewusstsein („atma chaitanya“) gefestigt sein.

Wer das ganze Universum als eine Manifestation Brahmans erkennt und sich

selbst als alles durchdringend betrachtet, wird Freiheit erlangen. „Objekte sind

genauso Vorstellungen wie Gefühle und Gedanken. Der Geist erscheint, nachdem

der >ichich< kommt aus dem abstrakten

Bewusstsein, der Reinen Intelligenz.

 

Seele, Geist oder >>ich<< sind bloß Worte, es sind keine wirklichen

Wesenheiten.

 

Bewusstsein ist die einzige Wirklichkeit. Sein Wesen ist Seligkeit. Letztlich gibt

es nichts außer dieser Seligkeit („ananda“). Tatsächlich ist niemand da, um Freude

zu genießen. Der Genießende und die Freude – beide gehen im Bewusstsein auf.“

(Ramana Maharshi: „Gespräche des Weisen vom Berge Arunachala“)